Bereit für die Zukunft deines Zuhauses?
Beratung starten

Lohnt sich eine Wärmepum­pe? Der Fakten­check für dein Haus 

Du fragst dich, ob es klug wäre, deine Gas- oder Ölheizung gegen eine Wärmepumpe zu tauschen? In den meisten Fällen lautet die Antwort: Ja. Aber es kommt auf die Details an. Hier erfährst du, wann sich eine Wärmepumpe finanziell für dich lohnt, welche Voraussetzungen dein Haus da­für erfüllen muss und wie viel der Staat zur Anschaffung beisteuert. 

Die Wärmepum­pe – Eine loh­nens­werte In­ves­tition

Für wen lohnt sich eine Wärmepumpe (und für wen nicht)? 

Die Wärmepumpe lohnt sich für dich, wenn:

  • dein Haus schon einen Grundwärmeschutz be­sitzt – z. B. doppelt ver­glas­te Fenster und eine Dachgeschossdäm­mung.
  • dein Heizsystem maximal 55 °C braucht, um alle Räume warm zu bekom­men.
  • du mit einem hohen För­dersatz die Anschaffungs­kosten stark senken kannst.
  • du eine PV-Anlage hast, die dir günstig Strom liefert.

Eine Wärmepumpe lohnt sich eher nicht, wenn:

  • dein Haus einen sehr ho­hen Wärmebedarf hat und du eine größere Sanie­rung bräuchtest, um die Vorlauftemperatur auf unter 60 Grad zu senken.
  • du nur extrem teure In­stal­lationsangebote er­hältst, bei denen sich die Investition kaum einspie­len lässt.

Kosten-Check: Wie viel zahlst du, wie viel sparst du?

Ob eine Heizung wirtschaftlich ist, entscheidet sich nicht nur am Kaufpreis, sondern an den laufenden Kosten über 20 Jahre. Eine Gegenüberstel­lung der Gesamtkosten zeigt: Mit einer Wärmepumpe zahlst du rund 30.000 Euro weniger als mit einer Gasheizung.

Kostenpunkt Wärmepumpe Gasheizung
Investitionskosten 30.000 € 12.000 €
Durchschnittliche Förderung -16.500 (55 %) 0 €
Preis abzgl. Förderung 13.500 € 12.000 €
Wartung (20 Jahre) 3.000 € 6.000 €
Energiekosten (20 Jahre, inkl. CO₂-Preis) 45.000 € 75.000 €
Gesamtkosten (20 Jahre) 61.500 € 93.000 €

Anschaffung: Ange­bote vergleichen, um besten Preis zu finden

Eine Wärmepumpe wird dich zu­nächst einiges kosten. Wie viel, kann je nach Installationsbetrieb stark variieren. So hat die Verbraucherzen­trale Rheinland-Pfalz 160 Angebote für Luftwärmepumpen ausgewertet: Sie kosteten im Schnitt 36.300 Euro. Die Preisspanne reichte in den untersuchten Angeboten von 20.000 bis 63.000 Euro.

Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen musst du aufgrund der Erdarbeiten mit Kosten zwischen 35.000 und 50.000 Euro rechnen.

Die reinen Gerätekosten machen dabei nur einen Teil aus; auch für Montage, Elektrik, Fundament und den hydraulischen Abgleich fallen Ausgaben an. Allerdings enthalten nicht immer alle Angebote auch alle für die Installation nötigen Arbeiten.

ℹ️ Tipp: Hol dir mehrere Angebote ein und schau dir genau die aufge­führten Posten an. Nur Angebote, die alle Leistungen enthalten, lassen sich vergleichen und führen später nicht zu unliebsamen Überraschun­gen.

Hilfe bei der Heizungs­wahl

Passt eine Wärmepumpe zu meinem Haus oder wäre ein anderes Heizsystem wirtschaft­licher? Wir helfen dir dabei, die Antwort zu finden. Außerdem bekommst du Angebote von kompetenten Fachbetrieben.

Beratung starten

Förderung: Finanz­spritze vom Staat

Allein musst du die Anschaffungs­kos­ten nicht tragen. Der Staat unter­stützt dich mit der Bundesförde­rung für effiziente Gebäude (BEG). Je nach Art des Heizungstauschs und der Lebenssituation erstattet er dir 30–70 % der förderfähigen Kos­ten. Bei einem Einfamilienhaus sind diese auf 30.000 Euro gedeckelt. Der Staat übernimmt also bis zu 21.000 Euro. Das drückt die Investition oft auf das Niveau einer neuen Gashei­zung.

Aufbau der Wärmepumpen-Förde­rung:

  • Grundförderung: 30 % erhält jeder, der auf eine Wärme­pum­pe umsteigt
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 20 % extra, wenn du deine fossile Heizung bis Ende 2028 austauschst (Gashei­zung muss mindestens 20 Jahre alt sein)
  • Einkommens-Bonus: 30 % extra für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahresein­kom­men von bis zu 40.000 Euro
  • Effizienz-Bonus: 5 % extra, wenn du Erdreich oder Wasser als Wärmequelle nutzt oder ein natürliches Kältemittel wie Propan einsetzt

❗️Wichtig: Die Förderung musst du bei der KfW beantragen, bevor du die Wärmepumpe einbauen lässt. Dein Heizungsfachbetrieb hilft dir dabei, den Antrag zu stellen.

Aktenordner zur Heizungsförderung + Thermostat und Heizungsrohre
Die Förderung von Wärmepumpen ist aktuell so hoch wie nie. | Foto: Marco2811 – stock.adobe.com 

Heizkosten: Wärme­pumpe bietet viel Sparpotenzial

Strom ist zwar teurer als Gas oder Öl. Da eine Wärmepumpe aber hauptsächlich Umweltwärme nutzt, musst du weniger Energie einkaufen als für ein fossiles Heizsystem.

Ein wichtiger Wert ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viel Strom eine Wärmepumpe braucht, um auf viel Heizwärme zu kommen.

  • Luft-Wärmepumpen errei­chen im Bestand im Schnitt eine JAZ von 3,4. Das heißt: Aus 1 kWh Strom gewinnen sie 3,4 kWh Wärme.
  • Erd-Wärmepumpen schaffen im Schnitt eine JAZ von 4,3.

Eine Wärmepumpe lohnt sich dann, wenn ihre Stromkosten geringer sind als das, was du sonst für Gas oder Öl zahlen müsstest. Um die Kosten ver­gleichen zu können, teilst du den Strompreis durch die Jahresarbeits­zahl deiner Wärmepumpe.

💶 Beispiel: Der Strompreis für Neu­kunden liegt aktuell bei 24 Cent / kWh. Bei einer JAZ von 3,4 kommst du also auf 7 Cent/kWh (24 Cent / 3,4 = 7 Cent pro kWh Wärme). Erdgas und Heizöl kosten derzeit rund 9 Cent / kWh.

Schon heute heizt du also mit einer effizienten Wärmepumpe günstiger als mit einer neuen Gas- oder Ölhei­zung. Bei älteren Geräten kommt noch hinzu: Durch Verschleiß und veraltete Technik haben sie teils nur einen Wirkungsgrad von 70 %. Du musst einem alten Gas- oder Ölkes­sel somit viel mehr Energie zuführen als du am Ende als Wärme herausbe­kommst.

Kostentreiber bei Gas & Öl vergrößern Preisvor­teil der Wärmepumpe

Weiterhin auf Öl oder Gas zu setzen, kann dich auch aus mehreren Grün­den teuer zu stehen kommen:

  • CO2-Preis: Gas und Öl sind fossile Brennstoffe und fallen daher unter die CO2-Abgabe. Wie hoch diese in Zukunft ausfallen wird, lässt sich nicht genau sagen. Die Finanz-Experten von BloombergNEF prognostizieren, dass der CO2-Preis bis 2030 auf etwa 149 Euro pro Tonne steigen könnte. Gas und Öl dürften sich in den kommenden Jahren also weiter verteuern.
  • Steigende Netzentgelte: Im­mer mehr Hausbesitzer haben die Vorteile einer Wärmepum­pe erkannt. Dadurch sinkt die Zahl der Haushalte, die ans Gasnetz angeschlossen sind. Die Kosten für dessen Aus- und Umbau sowie die Instand­haltung müssen die verbliebe­nen Nutzer allein schultern. Bleibst du beim Gas, wird sich dessen Preis durch die höhe­ren Netzentgelte ordentlich steigern. Weitere Gefahr: Dein Netzbetreiber entschließt sich, schon vor 2045 – dem offiziellen Ende des fossilen Heizens – sein Netz stillzu­le­gen.
  • Politische Preisschwankun­gen: Sowohl beim Gas als auch beim Öl sind wir auf Im­porte aus verschiedenen Län­dern angewiesen. Angesichts der vielen Spannungen rund um den Globus ist ein Preis­an­stieg jederzeit denkbar.

 

Mehrere Möglichkeiten, beim Strom Kosten zu sparen

Das Beste am Heizen mit Strom? Du kannst ihn auch selbst produzieren. Mit einer PV-Anlage kannst du über das Jahr gesehen etwa 30 bis 50 Prozent des Wärmepumpenstroms selbst decken – wenn du einen Batteriespeicher nutzt. Besonders in den Übergangszeiten im Frühling und Herbst deckt der Solarstrom einen großen Teil des Heizbedarfs. Im Sommer kann das Warmwasser fast vollständig solar erwärmt werden.

Auch ohne eigene PV-Anlage hast du Sparmöglichkeiten:

  • Wärmepumpenstrom: Viele Versorger bieten spezielle Tarife an, die etwa 20–25 % günstiger sind als Haushalts­strom. Dafür musst du aber einen separaten Zähler instal­lieren lassen. Ein solcher Tarif lohnt sich daher nur bei einem höheren Wärmebedarf.
  • Dynamische Stromtarife: In Kombination mit einem Smart Meter kannst du die Wärme­pum­pe dann laufen lassen, wenn der Strom an der Börse billig ist.
Auch im tiefsten Winter kein Stromfresser

Die Sorge, dass die Wärmepum­pe bei Minusgraden versagt oder nur über den teuren Heizstab läuft, ist unbegründet. Messda­ten belegen:

  • Der Heizstab hat im Schnitt nur einen Anteil von 1,3 % am Stromver­brauch bei Luftwärme­pumpen. Bei Erdwärme ist er fast null.
  • Selbst bei -15 Grad Au­ßen­temperatur kommen gute Luftwärmepumpen noch auf eine Jahresar­beitszahl von >2.

Hohe Stromrechnungen durch den Heizstab deuten meist auf Einstellungsfehler oder Defekte hin. Lass deine Wärmepumpe daher regelmäßig durch Fach­leute warten und einstellen.

Wartungskosten: Teils die Hälfte ge­spart

Wärmepumpen sind wartungs­är­mer als Verbrennerheizungen. Die jährliche Kontrolle kostet dich etwa 150 bis 300 Euro. Den Schornstein­feger brauchst du für eine Stromhei­zung nicht. Bei Gas- oder Ölheizun­gen dagegen summieren sich die jährlichen Kosten für Wartung, Abgasmessung und Schornstein­reinigung oft auf 300 bis 600 Euro.

Zwei Servicetechniker warten eine Wärmepumpe
Regelmäßige Wartung stellt einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe sicher. | Foto: Andrey Popov – stock.adobe.com 

Haus-Check: Hat dein Altbau, was die Wärme­pumpe braucht?

Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass Wärmepumpen nur in perfekt gedämmten Neubauten mit Fuß­bo­den­heizung funktionieren. Umfang­reiche Tests wie das Monitoring des Fraunhofer ISE (Link auf PDF) widerlegen das. Auch alte Häuser lassen sich mit einer Wärmepumpe wirtschaftlich behei­zen.

Entscheidend ist die Vorlauftem­peratur. Diese braucht das Wasser, mit dem die Heizkörper Wärme an die Räume abgeben. Für eine Wärme­pumpe gilt die 55 Grad-Regel: Damit sie effizient arbeitet, sollte dein Haus mit einer Vorlauftemperatur von ma­ximal 55 °C warm werden.

Beeinflusst wird die Vorlauftempe­ratur von den Heizflächen und dem Wärmeschutz.

 

Wärmepumpen können auch mit Heizkörpern

Eine Fußbodenheizung ist ideal für eine Wärmepumpe, da sie mit Vor­lauf­temperaturen von um die 35 Grad Celsius auskommt. Sie ist aber keine zwingende Voraussetzung.

Moderne Plattenheizkörper besitzen eine große Oberfläche und halten Räume mit moderaten Vorlauftem­pe­ra­turen von 50 Grad warm. Auch klassische Radiatoren sind nicht unbe­dingt ein Hindernis. In vielen Be­stands­­gebäuden wurden sie über­dimensioniert. Sie kämen auch mit weniger heißem Heiz­was­ser aus.

ℹ️ Tipp: Wenn deine aktuellen Heiz­körper für maximal 55 Grad nicht ausreichen, genügt oft der Aus­tausch einzelner Heizkörper gegen leistungsstärkere Modelle. Mit 300-800 Euro pro Raum ist das erheblich günstiger als eine Fußbodenheizung nachzurüsten.

❗️Wichtig: Lass einen hydrauli­schen Abgleich durchführen. Dieser stellt sicher, dass alle Räume gleich­mä­ßig mit Wärme versorgt werden. Dann brauchst du die Vorlauftempe­ratur nicht wegen einzelner Heiz­kör­per unnötig hoch einstellen.

Niedertemperaturheizkörper für Wärmepumpe
Ein Niedertemperaturheizkörper hat dank seiner Lamellen eine größeren Wärmeüber­tragungsfläche. | Foto: aerogondo – stock.adobe.com 

Dämmung hilft, ist aber kein Muss

Dein Haus muss nicht perfekt ge­dämmt sein. Ein unsaniertes Haus verbraucht zwar mehr Energie, aber die Wärmepumpe funktioniert trotz­dem. Als grobe Grenze gilt ein Wär­me­bedarf von bis zu 150 Kilowatt­stunden pro Quadratmeter im Jahr. Liegst du darunter, rechnet sich der Betrieb meist auch ohne eine grö­ßere Sanierung.

Hat dein Haus allerdings die Ener­gie­effizienzklasse G oder H, musst du mit hohen Vorlauftemperaturen heizen, um die hohen Wärmeverluste auszugleichen. Für eine Wärmepum­pe würde das einen hohen Stromver­brauch bedeuten. In diesem Fall soll­test du daher zuerst die Gebäude­hülle verbessern. Dämmst du das Dach oder die oberste Geschoss­decke, senkt das deine Heizlast. Der Austausch von alten Fenstern bringt ebenfalls Energieeinspa­run­gen. Oft reichen diese Teilsanierun­gen bereits aus. Danach kann die Wärmepumpe meist auch kleiner und günstiger dimensioniert werden.

❗️Wichtig: Lasse eine genaue Heiz­lastberechnung von einem unab­hän­gi­gen Experten durchführen. Diese Berechnung schützt dich vor zu großen und teuren Geräten.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe über­haupt?

Eine Wärmepumpe arbeitet wie ein Kühlschrank, nur in umge­kehrter Richtung: Statt Wärme von innen nach au­ßen zu transportieren, holt sie sich Wärme von draußen – aus Luft, Erde oder Grundwasser – und sorgt damit drinnen für warme Räume.

Das Effiziente daran: Die Um­welt­wärme ist kostenlos und praktisch unbegrenzt verfügbar. Eine Wär­mepumpe braucht nur Strom, um ihren Kompressor anzutrei­ben. Dieser verdichtet das in der Wärmepumpe zirkulierende Kältemittel und sorgt so dafür, dass aus der Quelltemperatur die vom Heizsystem benötigte Vorlauftemperatur wird. Je grö­ßer der Abstand zwischen den beiden ist, desto stärker muss er pumpen.

Die wichtigsten Arten:

  • Luft-Wasser-Wärme­pumpe: Sie nutzt die Au­ßenluft und ist die güns­tigste und meisgewählte Va­riante. Sie benötigt wenig Platz braucht und ist einfach zu installieren. Fürs mit­tel­europäische Klima ist ihre Effizienz mehr als ausrei­chend.
  • Sole-Wasser-Wärme­pumpe: Sie holt über Sonden oder Kollektoren Wärme aus dem Erdbo­den. Das ist effizienter, aber die Erschließung ist teuer und bürokratisch aufwendig. Meist rechnet sie sich nur bei hohem Verbrauch oder einem Neubau.
Grafik zum Funktionsprinzip einer Wärmepumpe vom bwp
Mithilfe von Strom wandelt eine Wärmepumpe Umweltenergie in Heizungswärme um. | Grafik. Bundesverband Wärmepumpe e.V. 

Planungs-Check: Worauf du achten soll­test

Damit deine Wärmepumpe später gut arbeitet und keine Beschwerden verursacht, solltest du schon vor dem Einbau folgende Punkte im Blick haben:

  • Lautstärke: Bei Luftwärme­pumpen ist der Schallschutz wichtig. Denn ihre Außen­einheit macht Geräusche, welche in Wohngebieten nachts nicht über 35 dB(A) liegen dürfen. Sollte der Ab­stand zum Nachbarhaus ge­ring sein, brauchst du ein Gerät mit "Flüstermodus". Auch eine Schallschutzhaube oder Hecken helfen, Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden.
  • Kältemittel: Wähle eine Wär­mepumpe, die ein natürliches Kältemittel wie Propan (R290) nutzt. Dies verschafft dir nicht nur den Effizienz-Bonus bei der Förderung. Es macht deine Wärmepumpe auch zukunfts­sicher. Herkömmliche Kältemittel werden wegen ih­res hohen Treibhauspoten­zials schrittweise verboten und schon vorher in der Men­ge begrenzt.
  • Dimensionierung: „Viel hilft viel“ trifft nicht auf Wärme­pumpen zu. Denn wird die Wärmepumpe zu groß ausge­legt, schaltet sie ständig an und aus. Dieses „Takten“ ver­schleißt den Kompressor und treibt den Stromverbrauch in die Höhe. Eine Heizlastberech­nung bewahrt dich davor.

Alternativen-Check: Wenn eine Wärme­pum­pe nicht passt

Es gibt Situationen, in denen eine Wärmepumpe technisch schwierig oder ökonomisch nicht sinnvoll ist:

  • Extrem hoher Wärmebedarf: Bei über 200 kWh/m² pro Jahr müsste sie dauerhaft mit Vor­lauftemperaturen von über 65 Grad arbeiten. Die Jahresar­beits­zahl läge dann unter 2,5. Hier gilt: Erst die Gebäudehül­le sanieren, dann die Heizung tauschen.
  • Einrohrheizungen: Diese be­nötigen hohe Vorlauftempera­turen und Durchflussraten, die eine Wärmepumpe ineffi­zient machen. Hier muss ein Fachmann prüfen, ob das Rohrsystem saniert werden sollte.
  • Fehlender Platz: Wohnst du in einer eng bebauten Reihen­haus­siedlung, kann es mit der Aufstellung der Außeneinheit schwierig werden. Auch wenn im Keller kein Raum für den meist benötigten Pufferspei­cher ist, kann das gegen den Umstieg auf eine Wärme­pum­pe sprechen.

Dann hast du folgende Optionen:

  • Eine Hybridheizung kombi­niert eine Wärmepumpe mit einem Gaskessel für kalte Tage. Das spart CO2, ist aber aufgrund der zwei Systeme technisch aufwendig und wartungsintensiv.
  • Eine Pelletheizung kommt auf hohe Vorlauftemperaturen und punktet bei den Heizkos­ten. Sie benötigt jedoch Raum für ihr Pelletlager und hat höhere Wartungskosten.
  • Eine Hochtemperatur-Wär­mepumpe schafft Vorlauftem­peraturen von 70 °C und mehr, verbraucht dabei aber einiges an Strom. Sie ist die Lösung, wenn Dämmen keine Option ist.
  • Der Anschluss an ein Wärme­netz bietet sich an, wenn es an deinem Wohnort eines gibt beziehungsweise künftig ge­ben wird. Näheres erfährst du bei deiner Stadt oder Gemein­de. Allerdings bindest du dich bei Fernwärme langfristig an einen Monopolanbieter, des­sen Preise leicht in die Höhe schießen können.

ℹ️ Tipp: Bevor du dich für eine dieser teils teuren Optionen entscheidest, solltest du dich mit Experten bera­ten. Eine Wärmepumpe ist in 80–90 % der Fälle die beste Wahl.

Mein Fazit: Eine Wärme­pumpe ist meist die bes­te Wahl

Wärmepumpen gibt es seit über 100 Jahren. Die Technik ist heute so ausgereift, dass auch die meis­ten Altbauten für sie kein Problem mehr darstellen. Selbst in unsanierten Häusern reicht oft schon ein Heizkörpertausch oder das Dämmen der obersten Geschossdecke, um sie effizient arbeiten zu lassen.

Und wenn sie effizient arbeitet, holt eine Wärmepumpe auf­grund niedriger Betriebskosten die Mehrausgaben, die dich ihre Anschaffung im Vergleich zu an­deren Heizsystemen kostet, in­ner­halb von 10–15 Jahren wieder rein. Hast du eine PV-Anlage, geht die Amortisation sogar noch schneller.

Frau mit braunen Haaren und schwarzem Oberteil vor grünem Hintergrund lächelt in die Kamera.
Ariane Müller

Fachredakteurin für Energiethemen

Ich recherchiere und rechne, analysiere Forschungsdaten und Förderprogramme – damit du auf einen Blick erfährst, welche Maßnahmen sich für dein Haus lohnen. Als Altbau-Besitzerin weiß ich aus eigener Erfahrung, wie kostspielig Sanierungen sein können und wie wichtig es ist, gut informiert zu sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Wärmepumpen

Mein Haus ist unge­dämmt – was nun? 

Ungedämmt heißt nicht automa­tisch ungeeignet. Prüfe zuerst Fens­ter und Dach. Das sind oft die größten Energielecks. Wenn du damit die Vorlauftemperatur auf unter 55 °C senken kannst, steht der Wärmepumpe nichts im Weg.

Funktioniert eine Wärme­pumpe auch bei minus 20 Grad? 

Ja. Luftwärmepumpen arbeiten auch bei sehr tiefen Temperaturen zuverlässig. Die Effizienz sinkt zwar, aber der elektrische Heizstab springt nur an sehr wenigen Stun­den im Jahr an. Auf die Jahresbi­lanz hat dies kaum negative Aus­wirkungen.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Wie bei einer Gas- oder Ölheizung, die für Pumpen und Steuerung ebenfalls Strom braucht, wird es kalt. Eine Wärmepumpe ist hier nicht anfälliger als andere Sys­teme.

Wie lange hält eine Wär­mepumpe? 

Man rechnet mit einer Lebensdau­er von circa 20 Jahren für die Wär­mepumpe selbst. Die Erdsonden bei Erdwärmepumpen halten meist sogar 50 Jahre.

Macht eine Wärmepumpe Lärm?

Die Außeneinheiten von Luftwär­me­pumpen haben Ventilatoren. Moderne Geräte sind jedoch sehr leise und stören bei korrekter Auf­stellung kaum. Erd- und Grund­was­ser-Wärmepumpen arbeiten nahezu geräuschlos.

Lohnt sich eine Hybrid-Wärmepumpe?

Meistens nicht. Du hast doppelte Wartungskosten und Grundgebüh­ren. Feldtests zeigen, dass die Wär­mepumpe oft ohnehin 80–90 % der Arbeit macht. Es ist meist wirt­schaft­licher, das Geld für den Gas­kessel in Dämmung oder größere Heizkörper zu stecken.

Hilfe bei der Heizungs­wahl

Passt eine Wärmepumpe zu meinem Haus oder wäre ein anderes Heizsystem wirtschaft­licher? Wir helfen dir dabei, die Antwort zu finden. Außerdem bekommst du Angebote von kompetenten Fachbetrieben.

Beratung starten