Fernwärme oder Wärmepumpe fürs Eigenheim?
Fernwärme aus dem Kraftwerk oder Wärmepumpe im eigenen Garten? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Während die Heizsysteme sich bei den Kosten einen harten Kampf liefern, hat eines in Sachen Unabhängigkeit und Umwelt klar die Nase vorn.
Fernwärme vs. Wärmepumpe: Vor- und Nachteile in der Übersicht
Was ist besser: Fernwärme oder Wärmepumpe
Wenn dir niedrige Heizkosten und Unabhängigkeit wichtig sind, greif zur Wärmepumpe. Eine Wärmepumpe heizt sparsam und du kannst zwischen verschiedenen Anbietern und Tarifen wählen. Mit Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage arbeitet die Wärmepumpe sogar noch günstiger. Mit einer Wärmepumpe bist du außerdem vom möglichen Anschlusszwang ans Fernwärmenetz befreit und genießt ein Sonderkündigungsrecht für einen bestehenden Fernwärmevertrag.
Wenn du so wenig Aufwand wie möglich haben möchtest, solltest du Fernwärme wählen. Alles, was du brauchst, ist ein Vertrag mit dem lokalen Fernwärme-Anbieter, eine Übergabestation und der Anschluss an die Wärmeleitungen. Installation und Anschluss sind schnell erledigt und kosten weniger als Kauf und Installation einer Wärmepumpe. Auch um die Wartung deines Anschlusses kümmert sich der Fernwärme-Anbieter. Allerdings bist du auf zehn Jahre an den Vertrag gebunden.
Fernwärme
Wärmepumpe
Vorteile
✅ niedrigere Anschaffungskosten
✅ geringerer Platzbedarf
✅ schnelle Installation
✅ auf langfristige Nutzung ausgelegt
✅ niedrigere Heizkosten
✅ hocheffizient
✅ Kombination mit PV-Anlage möglich
✅ 100 % erneuerbare Energien bei Betrieb mit PV- und Ökostrom
✅ freie Stromanbieter-Wahl
✅ zusätzlicher Förderbonus für besonders effiziente Wärmepumpen
✅ teils auch zum Kühlen einsetzbar
✅ Wertsteigerung der Immobilie
Nachteile
❌ höhere Betriebskosten
❌ nicht überall verfügbar
❌ keine Anbieter-Wahl
❌ lange Vertragslaufzeiten
❌ bis zu 48 % Wärmeverluste in den Leitungen
❌ zu über 60 % aus fossilen Brennstoffen gewonnen
❌ bei Insolvenz des Anbieters keine Wärme mehr
❌ höhere Anschaffungskosten
❌ teils weitere Sanierungsmaßnahmen (Dämmung, Fenstertausch, Heizkörpertausch) erforderlich
❌ Installation aufwändiger
❌ Nutzungsdauer: ca. 20 Jahre
Fernwärme oder Wärmepumpe: Zwei Heizsysteme mit Zukunft
Sowohl bei der Wärmepumpe als auch bei Fernwärme handelt es sich um eine zukunftsfähige Heiztechnologie. Denn beide Heizsysteme darfst du laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) auch nach 2044 noch nutzen – im Gegensatz zu einem mit Gas oder Öl betriebenen Heizkessel.
Und Fernwärme und Wärmepumpen bringen noch weitere gute Eigenschaften mit:
- langjährig erprobt
- sicher
- zuverlässig
- kein Schadstoffausstoß vor Ort
- Schornstein wird nicht benötigt
- vollautomatisch
- wartungsarm
Im Vergleich zu Gas- und Ölheizungen stellen also beide Heizsysteme eine gute Wahl dar. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich jedoch einige Unterschiede.
1. Kosten: Fernwärme siegt in der Anschaffung, Wärmepumpe im Betrieb
Starten wir mit der wahrscheinlich wichtigsten Frage: "Was ist günstiger: Fernwärme oder Wärmepumpe?" Beide Heizsysteme punkten in verschiedenen Kategorien: Während die Fernwärme mit geringeren Anschaffungskosten überzeugt, trumpft die Wärmepumpe bei den Heizkosten.
Beispiel: Fernwärme & Wärmepumpe (JAZ: 3–5) in Altbau mit Wärmebedarf von 20.000 kWh
Fernwärme
Wärmepumpe
Anschaffung
5.000–20.000 €
15.000–40.000 €
Betrieb
2.500–7.700€
1.200–2.100 €
Anschaffungskosten: Fernwärme-Anschluss ist günstiger
Bei den Anschaffungskosten hat die Fernwärme die Nase vorn. So zahlst du für den Anschluss an das Fernwärmenetz je nach Region, Anbieter und Gegebenheiten vor Ort zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Darin enthalten sind das Anbringen und Anschließen der Übergabestation sowie die Entsorgung der alten Heizanlage. In Rechnung stellt dir der Anbieter aber meist nur bis zu 70 % der Kosten. Außerdem hast du häufig die Möglichkeit, die Summe per monatlichem Abschlag zu begleichen.
Die Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Installation liegen zwischen 15.000 und 40.000 Euro. Am günstigsten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpen sorgen Grabungen oder Tiefenbohrung für höhere Erschließungskosten.
In beiden Fällen kannst du die Anschaffungskosten mittels Förderung senken. So vergibt der Staat sowohl für Wärmepumpen als auch für Fernwärme einen Investitionszuschuss von 30–70 %. Wobei die Förderung für die Wärmepumpe einen Bonus bereithält, den es für Fernwärme nicht gibt: Diesen Effizienzbonus bekommst du bei Einbau einer Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpe sowie einer Luft-Wärmepumpe, die mit einem natürlichen Kältemittel arbeitet.
Höhere Investitionskosten, wenn Wärmepumpe Sanierungsmaßnahmen erfordert
Wärmepumpen sind inzwischen so effizient, dass sie auch die meisten Altbauten mühelos warm bekommen. Um den Stromverbrauch gering zu halten und die Wärmepumpe nicht zu stark an ihre Grenzen zu bringen, sollte der Wärmebedarf jedoch nicht zu hoch ausfallen. Du kannst ihn auf verschiedene Weisen senken:
- Dämmen von Wänden, Dach oder Bodenplatte
- Austausch alter Fenster und Türen
- Heizkörpertausch oder Einbau von Fußbodenheizung
Da diese Maßnahmen natürlich auch Geld kosten, erhöht sich dadurch deine Investitionssumme. Dämmung und Fenstertausch sind jedoch auch bei der Nutzung von Fernwärme zu empfehlen. Denn auch dort macht sich ein hoher Wärmebedarf bei den Heizkosten bemerkbar.
Betriebskosten: Wärmepumpe spart durch Effizienz und freie Tarifwahl

Im Betrieb spielen Wärmepumpen gleich mehrere Vorteile aus:
Wärmepumpen sind sehr effizient
Eine Wärmepumpe nutzt hauptsächlich Umweltwärme. Sie braucht lediglich etwas Strom, um ihren Kompressor anzutreiben. Bei einem jährlichen Wärmebedarf von 20.000 kWh, liegt ihr Stromverbrauch im Durchschnitt bei gerade einmal 5.000 kWh. Das Verhältnis von Strom und Wärme drückt die Jahresarbeitszahl (JAZ) aus.
Große Auswahl an Stromanbietern und Tarifen
Im Gegensatz zur Fernwärme bist du mit einer Wärmepumpe nicht an einen Anbieter gebunden. Du entscheidest selbst, woher du den Strom für Ihre Wärmepumpe beziehst und zwar jedes Jahr aufs Neue. Und auch beim Tarif hast du mehrere Optionen: So kannst du deine Wärmepumpe sowohl mit Haushaltsstrom – ökologisch oder konventionell erzeugt – oder aber mit speziellem Wärmepumpenstrom betreiben. Letzterer hat einen etwa 10–30 % günstigeren Arbeitspreis, erfordert aber einen separaten Zähler, dessen Einbau 100–200 Euro kostet. Außerdem kommt mit dem zusätzlichen Stromvertrag auch ein weiterer Grundpreis hinzu. Der beträgt durchschnittlich 115 Euro pro Jahr. Wärmepumpenstrom eignet sich daher nur bei einem hohen Wärmebedarf.
Seit 2024 sparst du auch dann, wenn du Haushaltsstrom für eine Wärmepumpe nutzt. So bekommst du pro Jahr 110 bis 190 Euro der Netzentgelte erstattet. Der Grund: Laut Neuregelung der EVU-Sperre (§ 14a EnWG) dürfen Netzbetreiber künftig Wärmepumpen ab 4,2 kW drosseln, wenn eine Netzüberlastung droht. Als Gegenleistung dafür, dass die Leistung deiner Wärmepumpe kurzfristig gesenkt wird, musst du weniger Netzentgelt zahlen.
Das kostet das Heizen mit Wärmepumpe
Beispielrechnung: Jährliche Stromkosten bei Wärmebedarf von 20.000 kWh
Durchschnittliche JAZ
Strombedarf
Haushaltsstrom (0,33 ct/kWh)
abzgl. Netzpauschale von 150 Euro
Luftwärmepumpe
3
6.667 kWh/a
2.200 Euro
2.050 Euro
Erdwärmepumpe
4
5.000 kWh/a
1.650 Euro
1.500 Euro
Grundwasser-Wärmepumpe
5
4.000 kWh/a
1.320 Euro
1.170 Euro
Solarstrom spart Kosten
Noch niedriger fallen deine Heizkosten aus, wenn du deine Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinierst. Je nach Höhe des Bedarfs und Größe der PV-Anlage kannst du dann 30–70 % des Stromverbrauchs mit dem eigenen Solarstrom decken.

Bei Fernwärme musst du hingegen nicht nur mit hohen Preisen rechnen. Du hast auch keine Möglichkeit, diesen zu entgehen.
Keine Anbieterwahl
Es gibt stets nur einen Anbieter vor Ort. So hast du – anders als bei Stromverträgen – auch kein Sonderkündigungsrecht bei Preissteigerungen. Denn die Möglichkeit eines Anbieterwechsels besteht ja nicht.
Undurchsichtige Preise
Fernwärme-Anbieter haben daher auch viel Spielraum bei der Preisgestaltung. Zwar gibt es Formeln, nach denen sie sich zu richten haben. Allerdings gab es schon häufiger Fälle, in denen Anbieter diese zu ihren Gunsten hin interpretiert haben – beispielsweise, indem sie Zeiten mit besonders hohen Gaspreisen als Berechnungsgrundlage nahmen. Da ihnen dies meist nur schwer nachzuweisen ist, lässt sich nur selten rechtlich dagegen vorgehen. So mussten in den vergangenen Jahren etliche Kunden dabei zusehen, wie ihr Tarif sich mehrfach verdoppelte.
Lange Vertragslaufzeit
Darauf solltest du gefasst sein, wenn du dich für einen Fernwärme-Anschluss entscheidest. Denn Fernwärme-Verträge werden für 10 Jahre geschlossen. Dies soll den Anbietern Planungssicherheit geben, was die Investition in ihr Wärmenetz angeht. So verlängert sich auch ein nicht rechtzeitig gekündigter Vertrag gleich um weitere 5 Jahre.
Das kostet Heizen mit Fernwärme
Die Betriebskosten bei Fernwärme setzen sich aus zwei, manchmal drei, Komponenten zusammen:
Grundpreis
- 20–60 Euro pro kW Anschlussleistung
- Bsp.: 10 kW = 200–600 Euro pro Jahr
- Beinhaltet die Kosten für Bau, Betrieb und Instandhaltung des Fernwärmenetzes sowie für Verwaltungsaufgaben. Die Höhe richtet sich unter anderem nach dem Aufwand für die Installation. So lassen sich Wärmeleitungen auf dem flachen Land meist leichter verlegen als in den Bergen.
Arbeitspreis
- 10–36 ct/kWh
- Bsp.: 20.000 kWh = 2.000–7.200 Euro pro Jahr
- Variiert je nach Anbieter und den verwendeten Energieträgern. So hat sich der NDR die Preise der Fernwärme-Anbieter in Schleswig-Holstein angesehen und dabei große Unterschiede festgestellt (siehe Grafik oben): Der günstige Anbieter lag bei 9,33 ct/kWh, während der teuerste 22,65 ct/kWh verlangte.
Dienstleistungspreis
- 100–250 Euro pro Jahr
- Wird von einigen Anbietern erhoben, um die Kosten für Messung und Abrechnung separat zu deklarieren.
► Tipp: Einen Überblick über die Preise vieler Fernwärme-Anbieter erhältst du auf der Transparenzplattform waermepreise.info.
2. Umweltfreundlichkeit: Wärmepumpen grün, Fernwärme größtenteils grau
Ein weiterer Grund für die Preisunterschiede bei der Fernwärme: unterschiedliche Wärmequellen. Während in den vom NDR untersuchten Fällen der teuerste Anbieter auf Gas setzt, gewinnt der billigste seine Wärme vorrangig durch eine Biogasanlage. Dies ist bisher jedoch noch eine Seltenheit. So machen erneuerbare Energien bisher nur etwa 33 % der Fernwärme aus. Den größten Teil liefert Erdgas mit rund 48 %.

Zukunft der Fernwärme: Von Grau zu Grün
Das wird allerdings nicht so bleiben. Denn auch Fernwärme muss bis 2045 fossil-frei werden. Alternativen zu Gas, Kohle und Öl gibt es einige:
- Großwärmepumpen
- Geothermie
- Abwärme aus See- oder Abwasser
- Solarthermie
- mit Ökostrom betriebene Power-to-heat-Anlagen
- Abwärme aus Rechenzentren
- Prozesswärme aus Industrievorgängen
- Wasserstoff
- Biomasse
Dafür bedarf es jedoch zunächst größerer Investitionen und Umbauten. Es dürfte also noch etliche Jahre dauern, bis auch für Fernwärme keine Schornsteine mehr rauchen.
Dass sie trotzdem bereits jetzt als umweltfreundlich eingestuft wird, liegt daran, dass die Verbrennung in einem Kraftwerk stattfindet; und nicht – wie bei Öl- und Gasheizungen – in den Wohngebäuden. Kommt Fernwärme anstelle fossiler Einzelfeuerungen zum Einsatz, senkt das nicht nur CO2-Emissionen, sondern schützt auch die Gesundheit der Hausbewohner und ihrer Nachbarn.
Anschlusszwang an Fernwärmenetz
Aus diesem Grund soll das Fernwärmenetz auch weiter ausgebaut werden. Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung wird derzeit deutschlandweit evaluiert, in welchen Gebieten dies sinnvoll wäre. Dort kann dann der Anschluss an das Fernwärmenetz verpflichtend werden. Dieser Anschlusszwang soll sicherstellen, dass:
- sich auch genügend Abnehmer für die Fernwärme finden, um den Netzausbau rentabel zu machen.
- in den betroffenen Gebieten keine fossilen Einzelheizungen mehr zum Einsatz kommen.
Eine Ausnahme gilt für Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen. Wohnst du in einem Gebiet mit Anschlusszwang, hast du beim Heizungstausch also trotzdem die Wahl: Fernwärme oder Wärmepumpe.
Wärmepumpe ist besser für Umwelt als Fernwärme
So hat die effiziente und größtenteils mit Umweltenergie arbeitende Wärmepumpe ökologisch die Nase vorn. Gerade aktuell, wo Fernwärme noch so stark auf fossile Brennstoffe setzt, ist sie ihr in Sachen erneuerbare Energien haushoch überlegen. Dafür muss sie noch nicht einmal mit Ökostrom betrieben werden.
Und so bringt Ihnen eine Wärmepumpe gleich zwei Vorteile:
- Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass du irgendwann dazu gezwungen wirst, deine Wärmepumpe gegen einen Fernwärmeanschluss einzutauschen. Wenn du dich jetzt für eine Wärmepumpe entscheidest, dann darf diese auch nach Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung bleiben (Rechtsgutachten des Bundesverband Wärmepumpe).
- Beziehst du aktuell Fernwärme, möchtest aber auf Wärmepumpe umrüsten, dann kannst du das tun. Aufgrund der besseren ökologischen Eigenschaften ist die Wärmepumpe gewissermaßen dein Joker, um aus dem Fernwärme-Vertrag herauszukommen. Du musst also nicht warten, bis dein Vertrag ausläuft, sondern kannst dank der Wärmepumpe schon vorzeitig kündigen (§ 3 Abs. 2 AVBFernwärmeV).

Fernwärme mit Wärmepumpe kombinieren: Doppelt gut?
Solltest du darüber nachdenken, dein Heizen mit Fernwärme ein bisschen grüner zu machen, indem du dem Heizwerk eine Wärmepumpe an die Seite stellst: Besser nicht. Zum einen hättest du dadurch doppelte Kosten. Denn selbst, wenn du durch die Wärmepumpe weniger Kraftwerkswärme beziehst, musst du ja immer noch den Grundpreis zahlen.
Zum anderen verbieten viele Anbieter die Kombination der Fernwärme mit anderen Heizsystemen. Das gilt übrigens auch für Kaminöfen oder Solarthermie. Schau also besser vorher in den AGB nach.
3. Örtliche Gegebenheiten: Wo Fernwärme und wo eine Wärmepumpe möglich ist
Wo du wohnst, beeinflusst, ob eine Wärmepumpe oder Fernwärme für dein Haus überhaupt infrage kommt. So ist Fernwärme nicht überall verfügbar. Besonders auf dem Dorf oder in einer Kleinstadt ist die Chance, einen Fernwärmeanschluss zu bekommen, eher gering. Denn der Bau eines Fernwärmenetzes lohnt sich nur, wenn es genug Haushalte gibt, die sich daran anschließen. Dies ist vor allem in größeren Städten der Fall.
In Gebieten mit wenig Einwohnern stellt Fernwärme sowohl für Anbieter als auch für Abnehmer ein finanzielles Risiko dar: Je weniger Anschlüsse es gibt, desto höher sind die Kosten für jeden einzelnen. Der Fernwärme-Atlas zeigt dir, ob es in deiner Region bereits ein Wärmenetz gibt.

Bei Wärmepumpen ist es genau andersherum: So fehlen in der Stadt teils die nötigen Bedingungen. Insbesondere, wenn die Wärmepumpe in einem Reihenhaus zum Einsatz kommen soll. Denn kleine Grundstücke bieten meist nicht die Möglichkeit, Grabungen oder Tiefenbohrungen durchzuführen.
Und auch die Außenaufstellung einer Luftwärmepumpe könnte am Platzmangel scheitern. Denn diese braucht ausreichend Abstand zu Wänden und Büschen, um arbeiten zu können. Und auch der Schallschutz muss gewährleistet sein. In manchen Fällen ist es auch möglich, die Wärmepumpe auf dem Dach aufzustellen.
Auf einem größeren Grundstück in einem Dorf oder Vorort finden Wärmepumpen dagegen meist problemlos ihr Plätzchen.
Mein Fazit: Jetzt mit Wärmepumpe durchstarten statt auf Fernwärme zu warten
Die Antwort auf die Frage "Fernwärme oder Wärmepumpe?" hängt zunächst einmal von den örtlichen Gegebenheiten ab. Hast du jedoch die Wahl, solltest du eine Wärmepumpe in Erwägung ziehen. Die ist zwar teurer in der Anschaffung. Dafür steigert sie den Wert deiner Immobilie, macht nicht von einem einzigen Anbieter abhängig und lässt dich bereits heute günstig und umweltschonend heizen.
Noch bekommst du deine Wärmepumpe bis zu 70 % vom Staat gefördert. Damit könnte es bald vorbei sein. Zögere daher nicht, dir ein Angebot von einem Heizungsfachbetrieb einzuholen. Egal, was bei der Wärmeplanung deiner Kommune herauskommt: Mit einer Wärmepumpe bist du gut für die Zukunft aufgestellt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Fernwärme oder Wärmepumpe
Was ist Fernwärme?
Bei Fernwärme sind viele Gebäude an ein zentrales Heizsystem angeschlossen. Meist stammt die Wärme aus Kraftwerken, die mittels Gas oder Kohle Strom erzeugen. Weitere Quellen sind Müllverbrennungsanlagen, Biomasse, Geothermie oder Abwärme aus Fabriken. Wasser – manchmal auch Dampf – wird auf 80–130 Grad Celsius erhitzt und gelangt dann über unterirdische Rohrleitungen zu den Haushalten. Dort gibt es die Wärme an den Heizkreislauf ab und fließt anschließend zurück, um erneut erwärmt zu werden.
Für wen lohnt sich Fernwärme?
Fernwärme lohnt sich vor allem, wenn du in einem dicht besiedelten Gebiet wie einer größeren Stadt lebst. Denn je mehr Häuser ans Fernwärmenetz angeschlossen sind, desto niedriger fallen die Anschluss- und Betriebskosten aus. Auch, wenn du in und ums Haus wenig Platz für Heiztechnik hast, kann Fernwärme für dich sinnvoll sein. Denn um sie zu nutzen, brauchst du lediglich eine Wärmeübergabestation. Es darf für dich allerdings kein Problem sein, dich für 10 Jahre an einen Anbieter und dessen Preispolitik zu binden.
Wann machen Wärmepumpen keinen Sinn?
Wärmepumpen sind inzwischen technisch in der Lage, auch die meisten Altbauten warm zu bekommen. Sind diese jedoch schlecht gedämmt, kann das Heizen mit einer Wärmepumpe hohe Heizkosten zur Folge haben. Lebst du in einem dicht besiedelten Wohngebiet, ist es dir unter Umständen nicht möglich, Abstandsvorgaben und Lärmvorschriften einzuhalten. Auch die hohen Investitionskosten könnten gegen die Anschaffung einer Wärmepumpe sprechen. Der Staat mindert diese allerdings derzeit noch durch Förderung von 30–70 Prozent.
