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Fernwärme oder Wärmepumpe fürs Eigenheim?

Fernwärme aus dem Kraftwerk oder Wärmepumpe im eigenen Garten? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Während die Heiz­systeme sich bei den Kosten ei­nen harten Kampf liefern, hat ei­nes in Sachen Unabhängigkeit und Umwelt klar die Nase vorn.

Fernwärme vs. Wärmepumpe: Vor- und Nach­tei­le in der Über­sicht

Was ist besser: Fernwär­me oder Wärmepumpe?

Wenn dir niedrige Heizkosten und Unabhängigkeit wichtig sind, greif zur Wärmepumpe. Eine Wärmepumpe heizt spar­sam und du kannst zwischen verschiedenen Anbietern und Tarifen wählen. Mit Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage arbei­tet die Wärmepumpe sogar noch günstiger. Mit einer Wärmepum­pe bist du außerdem vom mögli­chen Anschlusszwang ans Fern­wärmenetz befreit und genießt ein Sonderkündigungsrecht für einen bestehenden Fernwärme­vertrag.

Wenn du so wenig Aufwand wie möglich haben möchtest, soll­test du Fernwärme wählen. Al­les, was du brauchst, ist ein Ver­trag mit dem lokalen Fernwär­me-Anbieter, eine Übergabesta­tion und der Anschluss an die Wärmeleitungen. Installation und Anschluss sind schnell erle­digt und kosten weniger als Kauf und Installation einer Wärme­pum­pe. Auch um die Wartung deines Anschlusses kümmert sich der Fernwärme-Anbieter. Allerdings bist du auf zehn Jahre an den Vertrag gebunden.

+/– Fernwärme Wärmepumpe
Vorteile ✅ niedrigere Anschaffungskosten ✅ niedrigere Heizkosten
✅ geringerer Platzbedarf ✅ hocheffizient
✅ schnelle Installation ✅ Kombination mit PV-Anlage möglich
✅ auf langfristige Nutzung ausgelegt ✅ 100 % erneuerbare Energien bei Betrieb mit PV- und Ökostrom
✅ freie Stromanbieter-Wahl
✅ zusätzlicher Förderbonus für besonders effiziente Wärmepumpen
✅ teils auch zum Kühlen einsetzbar
✅ Wertsteigerung der Immobilie
Nachteile ❌ höhere Betriebskosten ❌ höhere Anschaffungskosten
❌ nicht überall verfügbar ❌ teils weitere Sanierungsmaßnahmen (Dämmung, Fenstertausch, Heizkörpertausch) erforderlich
❌ keine Anbieter-Wahl ❌ Installation aufwändiger
❌ lange Vertragslaufzeiten ❌ Nutzungsdauer: ca. 20 Jahre
❌ geringere Effizienz durch Wärmeverluste in den Leitungen
❌ zu 80 % aus fossilen Brennstoffen gewonnen

Fernwärme oder Wärmepumpe: Zwei Heizsys­te­me mit Zukunft

Sowohl bei der Wärmepumpe als auch bei Fernwärme handelt es sich um eine zukunftsfähige Heiz­technologie. Denn beide Heiz­syste­me darfst du laut Gebäudeener­gie­gesetz (GEG) auch nach 2044 noch nutzen – im Gegensatz zu einem mit Gas oder Öl betriebenen Heizkessel.

Und Fernwärme und Wärmepumpen bringen noch weitere gute Eigen­schaf­ten mit:

  • langjährig erprobt
  • sicher
  • zuverlässig
  • kein Schadstoffausstoß vor Ort
  • Schornstein wird nicht benö­tigt
  • vollautomatisch
  • wartungsarm

Im Vergleich zu Gas- und Ölheizun­gen stellen also beide Heizsysteme eine gute Wahl dar. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich jedoch eini­ge Unterschiede.

1. Kosten: Fern­wär­me siegt in der Anschaf­fung, Wärme­pum­pe im Be­trieb

Starten wir mit der wahrscheinlich wichtigsten Frage: "Was ist güns­ti­ger: Fernwärme oder Wärmepumpe?" Beide Heizsysteme punkten in ver­schiedenen Kategorien: Während die Fernwärme mit geringeren An­schaf­fungskosten überzeugt, trumpft die Wärmepumpe bei den Heizkosten auf.

Beispiel: Fernwärme & Wärmepumpe (JAZ: 3–5) in Altbau mit Wärmebedarf von 20.000 kWh

Aspekt Fernwärme Wärmepumpe
Anschaffung 5.000–20.000 € 15.000–40.000 €
Betrieb 2.300–4.000€ 1.000–1.800 €

Anschaffungskosten: Fernwärme-An­schluss ist günstiger

Bei den Anschaffungskosten hat die Fernwärme die Nase vorn. So zahlst du für den Anschluss an das Fern­wär­menetz je nach Region, Anbieter und Gegebenheiten vor Ort zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Darin ent­hal­ten sind das Anbringen und An­schließen der Übergabestation sowie die Entsorgung der alten Heizanlage. In Rechnung stellt dir der Anbieter aber meist nur bis zu 70 % der Kos­ten. Außerdem hast du häufig die Möglichkeit, die Summe per monat­lichem Abschlag zu begleichen.

Die Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Installation liegen zwi­schen 20.000 und 50.000 Euro. Am günstigsten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei Erd- oder Grund­wasser-Wärmepumpen sorgen Gra­bungen oder Tiefenbohrung für hö­he­re Erschließungskosten.

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Die Kosten für eine Wärmepum­pe und deren Installation variie­ren je nach Anbieter. Bei uns be­kommst du Kontakt zu mehre­ren Fachbetrieben aus deiner Region. Vergleich deren Angebo­te und erhalte deine Wärme­pum­pe zum niedrigsten Preis.

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In beiden Fällen kannst du die An­schaffungskosten mittels Förderung senken. So vergibt der Staat sowohl für Wärmepumpen als auch für Fern­wärme einen Investitionszuschuss von 30–70 %. Wobei die Förderung für die Wärmepumpe einen Bonus bereithält, den es für Fernwärme nicht gibt: Diesen Effizienzbonus bekommst du bei Einbau einer Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpe sowie einer Luftwärmepumpe, die mit einem natürlichen Kältemittel arbeitet.

Höhere Investitionskos­ten, wenn Wärmepumpe Sanierungsmaßnahmen erfordert

Wärmepumpen sind inzwischen so effizient, dass sie auch die meisten Altbauten mühelos warm bekommen. Um den Strom­verbrauch gering zu hal­ten und die Wärmepumpe nicht zu stark an ihre Grenzen zu brin­gen, sollte dort der Wärmebedarf jedoch nicht zu hoch ausfallen. Du kannst ihn auf verschiedene Weisen senken:

  • Dämmen von Wänden, Dach oder Bodenplatte
  • Austausch alter Fenster und Türen
  • Heizkörpertausch oder Einbau von Fußboden­heizung

Da diese Maßnahmen natürlich auch Geld kosten, erhöht sich dadurch deine Investitions­sum­me. Dämmung und Fenster­tausch sind jedoch auch bei der Nutzung von Fernwärme zu empfehlen. Denn auch dort macht sich ein hoher Wärmebe­darf bei den Heizkosten bemerk­bar.

Betriebskosten: Wärmepumpe spart durch Effizienz und freie Tarifwahl

Heizkosten Fernwärme NDR
Selbst beim günstigsten Fernwärmeanbieter fallen die Betriebskosten höher aus als bei einer Wärmepumpe. | Grafik: NDR

Im Betrieb spielen Wärmepumpen gleich mehrere Vorteile aus:

Wärmepumpen sind sehr effizient

Eine Wärmepumpe nutzt hauptsäch­lich Umweltwärme. Sie braucht le­dig­lich etwas Strom, um ihren Kom­pres­sor anzutreiben. Bei einem jähr­lichen Wärmebedarf von 20.000 kWh, liegt ihr Stromverbrauch im Durchschnitt bei gerade einmal 5.000 kWh. Das Verhältnis von Strom und Wärme drückt die Jahres­arbeitszahl (JAZ) aus.

Große Auswahl an Stromanbietern und Tarifen

Im Gegensatz zur Fernwärme bist du mit einer Wärmepumpe nicht an einen Anbieter gebunden. Du ent­scheidest selbst, woher du den Strom für deine Wärmepumpe be­ziehst und zwar jedes Jahr aufs Neue. Und auch beim Tarif hast du mehrere Optionen: So kannst du dei­ne Wärmepumpe sowohl mit Haus­haltsstrom – ökologisch oder kon­ven­tionell erzeugt – oder aber mit speziellem Wärmepumpenstrom betreiben. Letzterer hat einen etwa 10–30 % günstigeren Arbeitspreis, erfordert aber einen separaten Zäh­ler, dessen Einbau 100–200 Euro kos­tet. Außerdem kommt mit dem zu­sätzlichen Stromvertrag auch ein weiterer Grundpreis hinzu. Der be­trägt durchschnittlich 115 Euro pro Jahr. Wärmepumpenstrom eignet sich daher nur bei einem hohen Wärmebedarf.

Seit 2024 sparst du auch dann, wenn du Haushaltsstrom für eine Wärmepumpe nutzt. So bekommst du pro Jahr 110 bis 190 Euro der Netzentgelte erstattet. Der Grund: Laut Neuregelung der EVU-Sperre (§ 14a EnWG) dürfen Netzbetreiber künf­tig Wärmepumpen ab 4,2 kW drosseln, wenn eine Netzüberlastung droht. Als Gegenleistung dafür, dass die Leistung deiner Wärmepumpe kurzfristig gesenkt wird, musst du weniger Netzentgelt zahlen.

Das kostet das Heizen mit Wärmepumpe

Beispielrechnung: Jährliche Strom­kost­en bei Wärmebedarf von 20.000 kWh

Wärmepumpenart JAZ Strombedarf Haushaltsstrom (0,33 ct/kWh) abzgl. Netzpauschale von 150 Euro
Luftwärmepumpe 3 6.667 kWh/a 2.200 Euro 2.050 Euro
Erdwärmepumpe 4 5.000 kWh/a 1.650 Euro 1.500 Euro
Grundwasser-Wärmepumpe 5 4.000 kWh/a 1.320 Euro 1.170 Euro

Solarstrom spart Kosten

Noch niedriger fallen deine Heizkos­ten aus, wenn du deine Wärmepum­pe mit Photovoltaik kombinierst. Je nach Höhe des Bedarfs und Größe der PV-Anlage kannst du dann 30–70 % des Stromverbrauchs mit dem eigenen Solarstrom decken.

Bei Fernwärme musst du hingegen nicht nur mit hohen Preisen rechnen. Du hast auch keine Möglichkeit, diesen zu entgehen.

Keine Anbieterwahl

Es gibt stets nur einen Anbieter vor Ort. So hast du – anders als bei Strom­verträgen – auch kein Sonder­kündigungsrecht bei Preissteige­rungen. Denn die Möglichkeit eines Anbieterwechsels besteht ja nicht.

Undurchsichtige Preise

Fernwärme-Anbieter haben viel Spiel­raum bei der Preisgestaltung. Zwar gibt es Formeln, nach denen sie sich zu richten haben. Allerdings gab es schon häufiger Fälle, in denen An­bieter diese zu ihren Gunsten hin in­terpretiert haben – beispielsweise, indem sie Zeiten mit besonders ho­hen Gaspreisen als Berechnungs­grund­lage nahmen. Da ihnen dies meist nur schwer nachzuweisen ist, lässt sich selten rechtlich dagegen vorgehen. So mussten in den vergan­genen Jahren etliche Kunden dabei zusehen, wie ihr Tarif sich verdoppel­te.

Lange Vertragslaufzeit

Auf solche Preissprünge solltest du gefasst sein, wenn du dich für einen Fernwärme-Anschluss entscheidest. Denn Fernwärme-Verträge werden für 10 Jahre geschlossen. Dies soll den Anbietern Planungssicherheit geben, was die Investition in ihr Wär­menetz angeht. So verlängert sich auch ein nicht rechtzeitig gekündig­ter Vertrag gleich um weitere 5 Jahre.

Das kostet Heizen mit Fernwärme

Die Betriebskosten bei Fernwärme setzen sich aus zwei – manchmal drei – Komponenten zusammen:

Grundpreis

  • 20–60 Euro pro kW Anschlussleistung
  • Bsp.: 10 kW = 200–600 Euro pro Jahr
  • Beinhaltet die Kosten für Bau, Betrieb und Instandhaltung des Fernwärmenetzes sowie für Verwaltungsaufgaben. Die Höhe richtet sich unter anderem nach dem Aufwand für die In­stallation. So lassen sich Wär­meleitungen auf dem flachen Land meist leichter verlegen als in den Bergen.

Arbeitspreis

  • 10–36 ct/kWh
  • Bsp.: 20.000 kWh = 2.000–7.200 Euro pro Jahr
  • Variiert je nach Anbieter und den verwendeten Energieträ­gern. So hat sich der NDR die Preise der Fernwärme-Anbieter in Schleswig-Holstein angese­hen und dabei große Unter­schiede festgestellt (siehe Gra­fik oben): Der günstige Anbieter lag bei 9,33 ct/kWh, während der teuerste 22,65 ct/kWh verlangte.

Dienstleistungspreis

  • 100–250 Euro pro Jahr
  • Wird von einigen Anbietern erhoben, um die Kosten für Messung und Abrechnung separat zu deklarieren.

ℹ️ Tipp: Einen Überblick über die Preise vieler Fernwärme-Anbieter erhältst du auf der Transparenz­plattform waermepreise.info.

2. Umwelt­freundlichkeit: Wärmepumpen grün, Fernwärme größtenteils grau

Ein weiterer Grund für die Preisun­terschiede bei der Fernwärme: un­terschiedliche Wärmequellen. Wäh­rend in den vom NDR untersuchten Fällen der teuerste Anbieter auf Gas setzt, gewinnt der preiswerteste sei­ne Wärme vorrangig durch eine Bio­gas­anlage. Dies ist bisher jedoch ei­ne Seltenheit. So machen erneuerba­re Energien bisher nur etwa 33 % der Fernwärme aus. Den größten Teil liefert Erdgas mit rund 48 %.

Grafik zur Fernwärmeerzeugung 2024 BDEW
Bei der Fernwärmeerzeugung sind erneuerbare Energien noch in der Unterzahl. | Grafik: BDEW

Zukunft der Fern­wär­me: Von Grau zu Grün

Das wird allerdings nicht so bleiben. Denn auch Fernwärme muss bis 2045 fossil-frei werden. Alternati­ven zu Gas, Kohle und Öl gibt es einige:

  • Großwärmepumpen
  • Geothermie
  • Abwärme aus See- oder Abwasser
  • Solarthermie
  • mit Ökostrom betriebene Power-to-heat-Anlagen
  • Abwärme aus Rechenzentren
  • Prozesswärme aus Industrievorgängen
  • Wasserstoff
  • Biomasse

Dafür bedarf es jedoch größerer In­vestitionen und Umbauten. Es dürfte also noch etliche Jahre dauern, bis für Fernwärme keine Schornsteine mehr rauchen.

Dass sie trotzdem bereits als um­welt­freundlich eingestuft wird, liegt daran, dass die Verbrennung in ei­nem Kraftwerk stattfindet; und nicht – wie bei Öl- und Gasheizungen – in Wohngebäuden. Kommt Fern­wär­me anstelle fossiler Einzelfeue­rungen zum Einsatz, senkt das nicht nur CO2-Emissionen, sondern schützt auch die Gesundheit der Hausbewohner und ihrer Nachbarn.

Anschlusszwang an Fernwärmenetz

Aus diesem Grund soll das Fernwär­menetz weiter ausgebaut werden. Im Rahmen der Kommunalen Wärme­planung wird derzeit deutschland­weit evaluiert, in welchen Gebieten dies sinnvoll wäre. Dort kann dann der Anschluss an das Fernwärme­netz verpflichtend werden. Dieser Anschlusszwang soll sicherstellen, dass:

  1. sich genügend Abnehmer für die Fernwärme finden, um den Netzausbau rentabel zu ma­chen.
  2. in den betroffenen Gebieten keine fossilen Einzelheizungen mehr zum Einsatz kommen.

Eine Ausnahme gilt für Heizsys­te­me auf Basis erneuerbarer Ener­gien wie Wärmepumpen. Wohnst du in einem Gebiet mit Anschluss­zwang, hast du beim Heizungs­tausch trotzdem die Wahl: Fern­wärme oder Wärmepumpe.

Wärmepumpe be­freit vom Fernwär­me-Zwang

So hat die effiziente und größten­teils mit Umweltenergie arbeitende Wärmepumpe ökologisch die Nase vorn. Gerade aktuell, wo Fernwärme noch so stark auf fossile Brennstoffe setzt, ist sie ihr in Sachen erneuerba­re Energien haushoch überlegen. Da­für muss sie noch nicht einmal mit Ökostrom betrieben werden.

Und so bringt dir eine Wärmepumpe gleich zwei Vorteile:

  1. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass du irgend­wann dazu gezwungen wirst, deine Wärmepumpe gegen ei­nen Fernwärmeanschluss ein­zu­tauschen. Wenn du dich jetzt für eine Wärmepumpe entscheidest, dann darf diese auch nach Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung bleiben (Rechtsgutachten des Bundesverband Wärmepumpe).
  2. Beziehst du aktuell Fernwärme, möchtest aber auf Wärme­pumpe umrüsten, kannst du das tun. Aufgrund der besseren ökologischen Eigenschaften ist die Wärmepumpe gewisserma­ßen dein Joker, um aus dem Fernwärme-Vertrag herauszu­kommen. Du musst nicht war­ten, bis dein Vertrag ausläuft, sondern kannst dank der Wär­me­pumpe schon vorzeitig kündigen (§ 3 Abs. 2 AVBFernwärmeV).
Wärmepumpe neben Gartenbank
Mit einer Wärmepumpe kannst du dch auf eine sonnige Zukunft freuen. | Foto: Hermann – stock.adobe.com

Fernwärme mit Wär­mepumpe kombinie­ren: Doppelt gut?

Solltest du darüber nachdenken, dein Heizen mit Fernwärme ein biss­chen grüner zu machen, indem du dem Heizwerk eine Wärmepumpe an die Seite stellst: Besser nicht. Zum einen hättest du dadurch doppelte Kosten. Denn selbst, wenn du durch die Wärmepumpe weniger Kraft­werks­wärme beziehst, musst du ja immer noch den Grundpreis zahlen.

Zum anderen verbieten viele Anbie­ter die Kombination der Fernwärme mit anderen Heizsystemen. Das gilt übrigens auch für Kaminöfen oder Solarthermie. Schau also besser vor­her in den AGB nach.

3. Örtliche Ge­ge­benheiten: Wo Fernwärme und wo eine Wärme­pumpe möglich ist

Fernwärme ist nicht überall verfüg­bar. Besonders auf dem Dorf oder in einer Kleinstadt ist die Chance, einen Fernwärmeanschluss zu bekommen, eher gering. Denn der Bau eines Fern­wärmenetzes lohnt sich nur, wenn es genug Haushalte gibt, die sich daran anschließen. Dies ist vor allem in größeren Städten der Fall.

In Gebieten mit wenig Einwohnern stellt Fernwärme sowohl für Anbieter als auch für Abnehmer ein finanziel­les Risiko dar: Je weniger Anschlüs­se es gibt, desto höher sind die Kos­ten für jeden einzelnen. Der Fernwärme-Atlas zeigt dir, ob es in deiner Region bereits ein Wärmenetz gibt.

Fernwärme-Atlas Stand 2025
Nur wenige Regionen in Deutschland haben derzeit Fernwärme-Netze. | Quelle: https://fernwaerme-atlas.hawk.de

Bei Wärmepumpen ist es genau an­dersherum: So fehlen in der Stadt teils die nötigen Bedingungen. Insbe­sondere, wenn die Wärmepumpe im Reihenhaus zum Einsatz kommen soll. Kleine Grundstücke bieten meist nicht die Möglichkeit, Grabun­gen oder Tiefenbohrungen durchzu­führen.

Und auch die Außenaufstellung einer Luftwärmepumpe könnte am Platz­mangel scheitern. Sie braucht aus­reichend Abstand zu Wänden und Büschen, um arbeiten zu können. Und auch der Schallschutz muss ge­währleistet sein. In manchen Fällen ist es möglich, die Wärmepumpe auf dem Dach aufzustellen.

Auf einem größeren Grundstück in einem Dorf oder Vorort finden Wär­mepumpen dagegen meist problem­los ihr Plätzchen.

Mein Fazit: Jetzt mit Wärmepumpe durch­starten statt auf Fern­wärme zu warten

Die Antwort auf die Frage "Fern­wärme oder Wärmepumpe?" hängt zunächst von den örtli­chen Gegebenheiten ab. Hast du die Wahl, solltest du eine Wär­mepumpe in Erwägung ziehen. Die ist zwar teurer in der An­schaffung. Dafür steigert sie den Wert deiner Immobilie, macht nicht von einem einzigen Anbie­ter abhängig und lässt dich be­reits heute günstig und umwelt­schonend heizen.

Noch bekommst du deine Wär­me­pumpe mit bis zu 70 % vom Staat gefördert. Zögere daher nicht, dir ein Angebot von einem Heizungsfachbetrieb einzuholen. Egal, was bei der Wärmeplanung deiner Kommune herauskommt: Mit einer Wärmepumpe bist du gut für die Zukunft aufgestellt.

Frau mit braunen Haaren und schwarzem Oberteil vor grünem Hintergrund lächelt in die Kamera.
Ariane Müller

Fachredakteurin für Energiethemen

Ich recherchiere und rechne, analysiere Forschungsdaten und Förderprogramme – damit du auf einen Blick erfährst, welche Maßnahmen sich für dein Haus lohnen. Als Altbau-Besitzerin weiß ich aus eigener Erfahrung, wie kostspielig Sanierungen sein können und wie wichtig es ist, gut informiert zu sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Fernwärme oder Wärmepumpe

Was ist Fernwärme?

Bei Fernwärme sind viele Gebäude an ein zentrales Heizsystem ange­schlossen. Meist stammt die Wär­me aus Kraftwerken, die mittels Gas oder Kohle Strom erzeugen. Weitere Quellen sind Müllverbren­nungs­anlagen, Biomasse, Geother­mie oder Abwärme aus Fabriken. Wasser – manchmal auch Dampf – wird auf 80–130 Grad Celsius er­hitzt und gelangt dann über unter­irdische Rohrleitungen zu den Haus­halten. Dort gibt es die Wär­me an den Heizkreislauf ab und fließt anschließend zurück, um er­neut erwärmt zu werden.

Für wen lohnt sich Fern­wärme?

Fernwärme lohnt sich vor allem, wenn du in einem dicht besiedel­ten Gebiet wie einer größeren Stadt lebst. Denn je mehr Häuser ans Fernwärmenetz angeschlos­sen sind, desto niedriger fallen die Anschluss- und Betriebskosten aus. Auch, wenn du in und ums Haus wenig Platz für Heiztechnik hast, kann Fernwärme für dich sinnvoll sein. Denn um sie zu nut­zen, brauchst du lediglich eine Wärmeübergabestation. Es darf für dich allerdings kein Problem sein, dich für 10 Jahre an einen Anbieter und dessen Preispolitik zu binden.

Wann machen Wärme­pumpen keinen Sinn?

Wärmepumpen sind inzwischen technisch in der Lage, auch die meisten Altbauten warm zu be­kommen. Sind diese jedoch schlecht gedämmt, kann das Hei­zen mit einer Wärmepumpe hohe Heizkosten zur Folge haben. Lebst du in einem dicht besiedelten Wohngebiet, ist es dir unter Um­ständen nicht möglich, Abstands­vorgaben und Lärmvorschriften einzuhalten. Auch die hohen Inves­titionskosten könnten gegen die Anschaffung einer Wärmepumpe sprechen. Der Staat mindert diese allerdings derzeit noch durch För­derung von 30–70 Prozent.

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Die Kosten für eine Wärmepum­pe und deren Installation variie­ren je nach Anbieter. Bei uns be­kommst du Kontakt zu mehre­ren Fachbetrieben aus deiner Region. Vergleich deren Angebo­te und erhalte deine Wärme­pum­pe zum niedrigsten Preis.

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