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Dynamischer Stromtarif: Wie für Wärmepumpen gemacht

Sie haben frische Namen wie Rabot, Tibber oder Ostrom – die recht jungen Anbieter dynamischer Stromtarife. Mit ihnen nutzt du, zunehmende Angebot an grünem Strom bietet: Besonders günstigen Strom, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. In Kombination mit Strom- und Wärmespeicher lässt es sich vor allem mit einer Wärmepumpe zu diesen Zeiten besonders günstig heizen. Lies, wie das geht!

Deinen Strom dynamisch nutzen und beim Heizen sparen

Du heizt mit dynamischem Stromtarif und Wärmepumpe besonders günstig
  • Wenn du richtig günstig heizen willst, betreibst du deine Wärmepumpe mit Strom aus der eigenen PV-Anlage und einem dynamischen Stromtarif.
  • Das geht so: Im Sommer reduziert dein eigener Solarstrom die Strom- und somit die Heizkosten. Im Winter ist reichlich Windstrom vorhanden. Er sorgt für Überschüsse, die den Börsenstrompreis in den Keller treiben. Und von diesen günstigen Strompreisen profitierst du durch deinen dynamischen Stromtarif.
Luftwärmepumpe in Außenaufstellung
Mit einer Wärmepumpe und dynamischem Stromtarif die Heizkosten senken. | Bild: AdobeStock_Christian Delbert

Klassische und dynamische Stromtarife: ähnlich, aber nicht gleich

Infografik Strom-Report Strompreisentwicklung im Detail.
Infografik Strom-Report, Strompreisentwicklung der letzten Jahre im Detail. | Grafik: Infografik STROM-REPORT

Der Strompreis in Deutschland besteht aus mehreren Bestandteilen, Zahlen Stand 2025. der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden betrug laut der Bundesnetzagentur 40,05 ct/kWh. Sie setzten sich 2025 so zusammen:

  • Steuern: 8,44 Cent
  • Umlagen machten 4,26 Cent des Strompreises aus.
  • Beschaffung des Stroms und Margen der Energieversorger machten 15,84 Cent aus. Dieser Aspekt wird im klassischen Tarif vom Stromversorger fix vorgegeben.
  • Die Netzentgelte inkl. Messstellenbetrieb belaufen sich auf 11,51 Cent.

All diese Bestandteile machen den Arbeitspreis von Strom aus (etwa 70 bis 90 Prozent der Stromkosten). Du kannst ihn durch dein Verbrauchsverhalten beeinflussen. Hinzu kommt der Grundpreis (etwa 10 bis 30 Prozent der Stromkosten). Er ist jeden Monat fix und du kannst ihn nicht beeinflussen.

Dem altbekannten und recht starren System steht nun ein neues gegenüber: der dynamische Stromtarif. Bei ihm steht der Arbeitspreis in einem engen Verhältnis zu den aktuellen Preisen an der Strombörse.

Sie schwanken ständig und können sogar negativ sein. Das steht im Zusammenhang mit der wetterbedingt wechselhaften Stromgestehung aus Erneuerbaren. Zeitweise negative Strompreise bergen ein hohes Einsparpotenzial. Mit einem dynamischen Stromtarif kannst du sie nutzen.

Wenn du dynamische und variable Stromtarife nutzen willst, brauchst du einen Smart Meter

Wärmepumpe im intelligenten Stromnetz mit Energiemanagementsystem, Grafik vom Bundesverband Wärmepumpe.
Die Wärmepumpe im intelligenten Stromnetz. | Grafik: Bundesverband Wärmepumpe e. V.

Unterschied dynamischer und variabler Stromtarif

Dynamischer Stromtarif

- Hierbei sind die Preise nicht fix, sondern ändern sich je nach Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt. Die dynamischen Tarife variieren je nach Marktbedingungen, also gemäß Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt.

- Das heißt, die Preise können sich mehrmals am Tag ändern. Faktoren sind Angebot, Nachfrage und Erzeugungskosten.

- Bei einem Strom-Überangebot sinken die Preise und bei knappen Angebot steigen sie.

- Du nutzt diese Tarife optimal, indem du in Zeiten mit niedrigen Preisen möglichst viel Strom verbrauchst.

Variabler Stromtarif

- Er schwankt nach einem vorher festgelegten und immer gleichen Schema zwischen Niedertarif, Normaltarif und Hochtarif. Bei diesem Modell haben die Schwankungen am Strommarkt keine Auswirkungen. Es gibt im immer selben Rhythmus “Hochlastzeiten” (Peak) und “Niedriglastzeiten” (Off-Peak).

- Die Preisstruktur ist vorhersehbar und der Verbrauch lässt sich einfacher im Voraus anpassen.

- Mit diesem Modell kannst du aber nicht individuell von besonders niedrigen Börsenstrompreisen profitieren.

Um dynamische bzw. variable Stromtarife zu nutzen, brauchst du einen intelligenten Stromzähler, einen Smart Meter. Er liefert Informationen über den Energieverbrauch in kurzen, etwa 15-minütigen Intervallen. So ist eine genaue Abrechnung möglich. Du kanst damit deinen Energiebedarf besser verstehen, deine Energieeffizienz verbessern und Kosten sparen.

Die Kommunikation zwischen Stromzähler, Energieversorger und Verbraucher ist mithilfe eines Smart-Meter-Gateways möglich. Für Haushalte mit einem Stromverbrauch pro Jahr von mehr als 6.000 kWh ist ein Smart Meter seit dem 01. Januar 2025 Pflicht. Dasselbe gilt, wenn du eine Wärmepumpe, also einen steuerbaren Stromverbraucher, nutzt.

Du bist seit 2025 beim Einbau einer Wärmepumpe verpflichtet, einen Smart Meter zu verwenden. Sobald er installiert ist, schöpfst du mit seiner Hilfe die Vorteile eines dynamischen Stromtarifs voll aus.

Dynamische Stromtarife: seit 2025 ein Pflichtangebot, aber noch lange kein Standard

Stromanbieter/Lieferanten mit mehr als 100.000 Kunden müssen seit Jahresbeginn 2025 dynamische Stromtarife anbieten. Das ist im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) § 41 a geregelt. Hintergrund ist, dass die dynamischen Stromtarife einen Anreiz zum sparsamen und besser steuerbaren Energieverbrauch geben sollen. Das ist möglich, indem du vor allem dann vermehrt Strom nutzt, wenn das Angebot dank Erneuerbarer groß und der Strom entsprechend günstig ist. Insbesondere mit einer Wärmepumpe macht sich auf diese Weise ein dynamischer Stromtarif bezahlt. Denn günstiger kann man nicht heizen. Wenn du einen dynamischen Stromtarif geschickt nutzt, zahlst du sogar weniger als mit Wärmepumpenstrom.

Dynamische Stromtarife und eine Wärmepumpe: Ein sparsames Duo mit vielen Vorteilen

Im Winter heizt die Wärmepumpe rund 8-10 Stunden täglich. Dank Warmwasser- und Heizungsspeichern kann sie das auch zeitversetzt tun. Die Speicher bewahren die Wärme für später auf. Mithilfe einer intelligenten Schnittstelle heizt die Wärmepumpe automatisch den Pufferspeicher auf, wenn die Strompreise niedrig sind.

Wenn du eine Photovoltaikanlage betreibst, ist der von ihr bereitgestellte Strom immer der günstigste. Deshalb sorgt das intelligente Regelsystem dafür, dass du ihn noch vor dem günstigen Netzstrom des dynamischen Stromtarifs verbrauchst.

Ein intelligentes Regelungssystem empfängt die Börsenstrompreise für den Folgetag (Day-Ahead) und plant anhand dessen, wann die Wärmepumpe heizt. Hauseigentümer legen im Vorfeld fest, bis wieviel Prozent des durchschnittlichen Tagesstrompreises die Wärmepumpe bevorzugt heizen soll. Das können zum Beispiel 85 Prozent sein.

  • Einmal eingestellt, läuft das alles automatisiert ab. Du musst nichts mehr tun. Die Wärmepumpe stellt die Wärmeversorgung zum günstigsten Preis sicher.

Mit dynamischen Stromtarifen kannst du ideal an die Erzeugung anpassen, wann du die günstigen Stromtarife nutzt. Die Vertragslaufzeiten sind zudem sehr kurz. Damut hast du nicht das Risiko von Langzeit-Vertragsbindungen, wie man sie von klassischen Stromtarifen kennt.

Wärmepumpe und dynamischer Stromtarif: Erfahrungen und wann es sich lohnt

Wenn du eine Wärmepumpe und einen dynamischen Stromtarif nutzt, sparst du sehr viel Geld. Während der durchschnittliche feste Strompreis 36 Cent beträgt, zahlst du im dynamischen Stromtarif in den günstigsten Bezugszeiten nur etwa 14 Cent inklusive Steuern. Du sparst also 12 Cent pro Kilowattstunde.

Du nutzt die Vorteile am besten automatisiert. Dafür legst du mit deiner Steuerbox im Vorfeld fest, bei welchen Strompreisen die Wärmepumpe läuft. Die nun erzeugte Wärme wird zu einem Teil und je nach Dämmstandard des Hauses, in den Bauteilen gespeichert. Ein weiterer Teil – auch das lässt sich smart steuern – füllt den Pufferspeicher auf. Durch dieses Zusammenspiel ist auch in Zeiten hoher Börsenstrompreise ausreichend Wärme vorhanden.

  • Mit einem Pufferspeicher nutzt du die niedrigeren Strompreise voll aus, weil deine Wärmepumpe besonders viel von dem günstigen Strom verbraucht. So ist das Einsparpotenzial hoch.
  • Nicht nur Wärme- sondern auch Stromspeicher tragen dazu bei, mit einer Wärmepumpe und einem dynamischen Stromtarif günstig zu heizen! Sie kommen vor allem im Winter zum Zug, wenn sie nicht mit einem Überangebot an Sonnenstrom geladen werden. Denn im Winter liefern vor allem die Windkraftwerke viel günstigen, regenerativen Strom. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Der dynamische Stromtarif macht ihn nutzbar und füllt den Stromspeicher damit. So profitiert die Wärmepumpe, die im Winter deutlich mehr läuft als im Sommer, vom günstigen Windstrom.

Fazit: Ein dynamischer Stromtarif in Verbindung mit einer Wärmepumpe ist das Heizen der Zukunft

Wärmepumpe mit dynamischem Stromtarif und PV ist die günstigste Heiz-Kombi

Im Jahr 2025 haben in Deutschland die Erneuerbaren rund 56 Prozent des Strombedarfs gedeckt. Damit zeigt sich die erhebliche Bedeutung grünen Stroms. Wichtig ist nun, ihn auch angemessen zu nutzen. Wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, ist besonders viel grüner Strom verfügbar und er ist deshalb besonders günstig.

Meiner Meinung nach sollte man diese Entwicklung auch im privaten Bereich beachten und mit grünem Strom zeitgemäß heizen. Das heißt: Mit einer Wärmepumpe, einer eigenen PV-Anlage und einem dynamischen Stromtarif.

Zunächst verbrennt die Wärmepumpe selbst grundsätzlich keine fossilen Energieträger wie Gas oder Öl. Damit sie es auch nicht indirekt tut, musst du sie mit Ökostrom betreiben. Das geht in erster Linie und am günstigsten mit Solarstrom vom eigenen Dach. Reicht der nicht aus, gibt es vielleicht reichlich Strom aus Windenergie. An den kommst du mithilfe eines dynamischen Stromtarifs. Deren Anbieter haben sich auf die Fahnen geschrieben, zu 100 Prozent grünen Strom zu nutzen. Und gibt es davon besonders viel, geben sie die günstigen Preise weiter.

Diese Momente nutzt du bestmöglich, wenn die Wärmepumpe zu diesen Überschusszeiten läuft. Mit einer smarten Steuerung und der zugehörigen App können Wärmepumpenbetreiber dafür sorgen, dass die eigene Wärmepumpe dann heizt und den Wärmespeicher volllädt, wenn grüner Strom im Überschuss und somit günstig verfügbar ist.

Nach meiner Meinung ist diese Art zu heizen nahezu alternativlos für Eigenheimbesitzer, aber auch für Vermieter. Denn das Heizen mit Öl oder Gas schadet nicht nur dem Klima. Es wird außerdem in absehbarer Zeit unverhältnismäßig teuer werden.

Und nicht zu vergessen: Deutschlands Regierung hat sich nach den Neuwahlen komplett neu aufgestellt und ändert die Ausrichtung. Es ist daher nicht absehbar, ob und wie lange die großzügige BEG-Förderung noch existiert. Sichere sie dir lieber jetzt! Die Zusage ist dann noch 36 Monate gültig.

Gina Doormann

Fachredakteurin für Sanierungs- und Energiethemen

Gina nimmt dich mit auf die spannende Reise zur klimafreundlichen und kostensparenden Energiegewinnung und zum CO2-neutralen Heizen. Außerdem zeigt sie dir, wie sich die Entwicklungen am Energiemarkt direkt auf deine heimische Heizung auswirken. Gina weiß aus erster Hand, worüber sie schreibt: Denn sie ist Eigentümerin eines hundert Jahre alten Hauses.

FAQ - Schnelle Antworten auf drängende Fragen

Wann macht ein dynamischer Stromtarif Sinn?

Ein dynamischer Stromtarif lohnt sich dann, wenn man in den Zeiten niedriger Börsenstrompreise besonders viel Strom verbraucht. Das geht am besten mit smart ladenden, großen Verbrauchern wie einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto.

Wer bietet dynamische Stromtarife in Deutschland an?

Seit dem 01. Januar 2025 müssen alle Stromversorger mit mehr als 100.000 Kunden mindestens einen dynamischen Stromtarif anbieten. So sieht es das Energiewirtschaftsgesetz EnWG § 41a vor. Zu den bekanntesten Anbietern, die sich auf dynamische Stromtarife spezialisiert haben, gehören Tibber, Rabot, Ostrom und Awattar.

Ist ein Wärmepumpenstromtarif sinnvoll?

Er ist sinnvoll, da er günstiger als normaler Haushaltsstrom ist. Um Wärmepumpenstrom nutzen zu können, muss die Wärmepumpe durch den Netzbetreiber steuerbar sein und es muss ein separater Stromzähler für die Wärmepumpe vorhanden sein. Alle seit dem 01. Januar 2024 neu installierten Wärmepumpen mit über 4,2 kW Leistung müssen steuerbar sein. Es kann wirtschaftlich sinnvoller sein, einen dynamischen Stromtarif anstelle eines Wärmepumpenstromtarifs zu nutzen.

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