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Ölheizung Kosten: Gespart wird woanders

Die Kosten für den Betrieb einer Ölheizung kennen nur einen Trend: aufwärts. Deshalb ist die Ölheizung als Standalone-System ein Auslaufmodell. Ob es sich aber deshalb rechnet, direkt deine Ölheizung auszubauen und in eine teure Wärmepumpe zu investieren, hängt vom Einzelfall ab. Das bedeutet für dich: Informieren, Abwägen, Entscheiden. Dafür rechnen wir dir anhand eines alten Einfamilienhauses mit einem typisch hohen Heizenergiebedarf verschiedene Szenarien vor.

So teuer ist eine Ölheizung

Ölheizungskosten sind vor allem hoch
  • Für eine neue Ölheizung erhältst du keine Förderung und zahlst etwa 15.000 Euro. Zum Vergleich: Eine Wärmepumpe kostet dich abzüglich der Förderung etwa 20.000 Euro.
  • Eine Ölheizung amortisiert sich nie. Bei einer Wärmepumpe mit PV-Anlage und Stromspeicher ist das hingegen sehr wahrscheinlich.
  • Heizt du mit Öl, zahlst du zusätzlich CO2-Kosten von mehreren hundert Euro pro Jahr.
  • Für 2.000 Liter Heizöl, ein typischer Jahresbedarf, zahlst du rund 2.200 Euro, Tendenz steigend. Heizt du dasselbe Haus mit einer Wärmepumpe, zahlst du etwa 1.800 Euro im Jahr für Strom. Mit einer zusätzlichen PV-Anlage nur etwa 1.300 Euro.

Ölheizung oder Alternative? – Ein Kostenvergleich

➜ Eine neue Öl-Brennwertheizung ist in der Anschaffung günstiger als eine Öl-Hybridheizung oder eine alleinige regenerative Heizung.

➜ Es sei denn, du rechnest die BEG-Förderung ein: Du erhältst in den meisten Fällen etwa 50 % Heizungsförderung. Dann sind die Anschaffungskosten schnell ebenso niedrig wie die der Ölheizung. Und dann sparst du im Vergleich mit den laufenden Kosten einer Ölheizung von da an deutlich. Du zahlst keine CO2-Steuer und bei einer Wärmepumpe kannst du sogar die Stromkosten mit einer eigenen PV-Anlage noch mal deutlich senken.

Mit einer Wärmepumpe oder einer Pelletheizung machst du außerdem dein Haus zukunftssicher und steigerst seinen Wert deutlich.

➜ Eine neue Ölheizung senkt deine Kosten nur auf den ersten Blick, und auch das nur augenscheinlich. Langfristig und aus Kostensicht ist eine neue Ölheizung nicht empfehlenswert.

Eine alte, gelbe Ölheizung im Heizungskeller mit Kunststoff-Öltanks.
Alte Ölheizung mit Öltanks im Hintergrund. | Bild: Gina Doormann

So viel kostet dich das Heizen mit einer Ölheizung nach 10, 15 oder 20 Jahren

➜ Mit einer Wärmepumpe hast du geringere laufende Heizkosten als mit einer Ölheizung.

Das Beispielhaus ist ein typischer Altbau mit einem jährlichen Wärmebedarf von 20.000 kWh. Im Beispiel wird angenommen, dass die Heizkosten über die gesamte Zeitspanne auf dem Stand von 2026 bleiben. In der Realität werden aber vor allem die Kosten für den Bio-Öl-Anteil deutlich steigen.

➜ Deine Heizkosten mit der Ölheizung betragen nach 10 Jahren etwa 22.000 Euro.

➜ Für das Heizen mit einer Wärmepumpe zahlst du in der Zeit rund 19.000 Euro.

➜ Hast du eine Wärmepumpe mit PV-Anlage und Speicher, zahlst du rund 6.000 Euro.

Aspekte Wärmepumpe (Luft-Wasser, JAZ 3) Wärmepumpe mit PV-Anlage 10 kWp, ohne Speicher = 30 % Strom­kosten­ersparnis Wärmepumpe mit PV-Anlage 10 kWp, mit Speicher = 70 % Strom­kosten­ersparnis Öl-Brenn­wert­heizung
Anschaffungs­kos­ten 20.000 € (nach Abzug von 50 % BEG-Förderung) 30.000 € (nach Abzug von 50 % BEG-Förderung und 2.000 € lokaler PV-Förderung) 35.000 € (nach Abzug von 50 % BEG-Förderung und 5.000 € lokaler PV-und-Speicher-Förderung) 15.000 €
jährl. Heiz­kosten 1.867 € (Wär­me­pumpen-Strom­preis 28 ct/kWh) 1.307 € (WP-Heiz­kosten abzgl. 30 %) 560 € (WP-Heiz­kosten abzgl. 70 %) 2.214 € (inkl. CO2-Kosten 2026)
nach 10 Jahren Heizkosten: 18.670 € Heizkosten: 13.070 € Heizkosten: 5.600 € Heizkosten: 22.140 €
Ersparnis ggü. Öl: -3.470 € Ersparnis ggü. Öl: -9.070 € Ersparnis ggü. Öl: -16.540 € Mehrkosten ggü. WP: 3.470 €
Amortisation (An­schaffungs­kos­ten + Er­spar­nis): -16.530 € Amortisation: -20.930 € Amortisation: -18.460 € Amortisation: -18.470 €
nach 15 Jahren Heizkosten: 28.005 € Heizkosten: 19.604 € Heizkosten: 8.400 € Heizkosten: 33.210 €
Ersparnis ggü. Öl: 5.205 € Ersparnis ggü. Öl: 13.606 € Ersparnis ggü. Öl: -24.810 € Mehrkosten ggü. WP: 5.205 €
Amortisation (An­schaffungs­kos­ten + Er­spar­nis): -14.795 € Amortisation: -16.394 € Amortisation: -10.190 € Amortisation: -20.205 €
nach 20 Jahren Heizkosten: 37.340 € Heizkosten: 26.140 € Heizkosten: 11.200 € Heizkosten: 44.280 €
Ersparnis ggü. Öl: 6.940 € Ersparnis ggü. Öl: 18.140 € Ersparnis ggü. Öl: -33.080 € Mehrkosten ggü. WP: 6.940 €
Amortisation (An­schaffungs­kos­ten + Er­spar­nis): -13.060 € Amortisation: -11.860 € Amortisation: -1.920 € Amortisation: -21.940 €
nach 30 Jahren Heizkosten: 56.010 € Heizkosten: 39.210 € Heizkosten: 16.800 € Heizkosten: 66.420 €
Ersparnis ggü. Öl: 10.410 € Ersparnis ggü. Öl: 27.210 € Ersparnis ggü. Öl: -49.620 € Mehrkosten ggü. WP: 10.410 €
Amortisation (An­schaffungs­kos­ten + Er­spar­nis): -9.590 € Amortisation: -2.790 € Amortisation: +14.620 € Amortisation: -25.410 €

➜ Mit einer Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Stromspeicher machst du nach etwas über 20 Jahren bereits ein Plus, weil deine Anlage komplett amortisiert ist.

Was kostet eine neue Ölheizung?

Kosten einer neuen Öl-Brennwertheizung im Überblick:

Bestandteil Kosten
Ölkessel ca. 5.000 bis 7.000 €
Montage und Installation ca. 800 bis 3.000 €
Hydraulischer Abgleich ca. 650 bis 1.500 €
Zubehör ca. 500 bis 1.000 €
Schornsteinsanierung ca. 1.000 bis 1.500 €
Öltank ca. 3.000 bis 5.000 €
Warmwasserspeicher ca. 800 bis 1.500 €
Gesamtkosten ca. 11.750 bis 20.500 €

➜ Hinzu kommen jährliche Betriebskosten für Heizöl, Wartung und Schornsteinfeger.

Laufende Kosten: Das kostet der Betrieb deiner Ölheizung pro Jahr

Grüner Tankwagen vor Hauseinfahrt beim Betanken mit Heizöl.
Der Tankwagen darf auch in Zukunft weiter vorfahren - es wird nur recht teuer, Bild: VRD - stock.adobe.com

Kostenübersicht Heizöl in Deutschland laut Statistischem Bundesamt:

Monat Ø Kosten für 100 Liter Heizöl in Dtl. (zzgl. MwSt.) Ø Kosten für 100 Liter Heizöl in Dtl. (inkl. MwSt.) rechnerische Kosten pro Kilowattstunde (inkl. MwSt.)
Okt. 2025 76,23 € 90,71 € 9,07 Cent
Nov. 2025 82,98 € 98,75 € 9,88 Cent
Dez 2025 75,52 € 89,87 € 8,99 Cent
Jan 2026 78,93 € 93,93 € 9,39 Cent
Feb 2026 80,17 € 95,40 € 9,54 Cent
März 2026 120,03 € 142,84 € 14,28 Cent
April 2026 118,37 € 140,86 € 14,09 Cent
Mai 2026 114,84 € 136,66 € 13,66 Cent

Was das für dich konkret bedeutet:

  • Für 100 Liter Heizöl kommen im Jahr 2026 noch 20,7 Euro an CO2-Kosten hinzu. Wenn du eine übliche Heizölmenge von 1.000 Litern bestellst, sind das 207 Euro an CO2-Kosten zusätzlich.
  • Ab 2027 könnte der CO2-Preis noch einmal deutlich steigen. Wie sehr, ist jetzt noch nicht abschätzbar. Denn ab 2027 wird der CO2-Preis im Zuge des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS 2) wie ein Börsenpreis gehandelt werden.
Rechenbeispiele

➜ Dein Altbau verbraucht pro Jahr 20.000 kWh zum Heizen. Das sind 2.000 l Heizöl. 2026 zahlst du rund 90 Euro pro 100 l Heizöl, also rund 1.800 Euro für das ganze Jahr. Hinzu kommen CO2-Kosten von 414 Euro. Das Heizen mit deiner Ölheizung kostet dich also im Jahr 2026 insgesamt rund 2.214 Euro.

➜ Der CO2-Preis ab 2027 ist noch nicht vorhersehbar. Darum ist es nicht ausgeschlossen, dass deine Ölheizung dann zur Kostenfalle wird.

➜ Ab 2029 steigt der Anteil an Bio-Öl um mindestens 10 Prozent. Bio-Heizöl kostet etwa 15 Prozent mehr als herkömmliches Heizöl.

Brennwert und Hybrid: So senkst du die Kosten deiner Ölheizung weiter

Ölheizung hybrid mit Solarthermie: Hausdach mit roten Ziegeln, drei Solarthermie-Kollektoren und Schornstein.
Öl-Hybridheizung mit Solarthermie senkt Kosten für Warmwasser und Heizung, | Bild: Zauberhut - stock.adobe.com
  • Effizienzsteigerung durch Brennwerttechnik: Gegenüber einer Niedertemperatur-Ölheizung spart eine Öl-Brennwertheizung rund 10 Prozent Energie ein. Mit der moderneren Technik sparst du bei einem Ölverbrauch von vorher 2.000 Litern nun 200 Liter Heizöl ein. Das sind pro Jahr etwa 180 Euro, zzgl. CO2-Preis.
  • Mit einer Öl-Hybridheizung noch mehr einsparen: Koppelst du deine Ölheizung mit regenerativen Energien, ist dein Einsparpotenzial noch größer. Du hast diese Möglichkeiten:
  • Wärmepumpen-Öl-Hybridheizung: Sie kostet dich, abzüglich der BEG-Förderung für die Wärmepumpe, etwa 20.000 bis 30.000 Euro. Wenn dein Haus einen Wärmebedarf von 20.000 kWh hat, übernimmt die Wärmepumpe davon 65 %, also 13.000 kWh. Du benötigst also anstatt rund 2.000 Liter Öl nur noch etwa 7.000 Liter Öl. Das ist eine deutliche Ersparnis – aber die Abhängigkeit vom Heizöl bleibt dennoch weiter bestehen.
  • Ölheizung-Solarthermie-Hybridheizung: Du bezahlst etwa 12.000 bis 20.000 Euro für die Kombination. Förderfähig ist auch hier nur die Solarthermieanlage. Eine Öl-Hybridheizung mit Solarhermie hat den Vorteil, dass dir die Beimischung von Bio-Öl erlassen wird.

Förderungen und Zuschüsse: Nicht für deine Ölheizung

Heizung Kosten Förderhöhe* Beispiel für Ersparnis
Öl-Brenn­wert­heizung 15.000 € keine keine
Öl-Wärme­pumpe-Heizung 19.500 – 26.500 € keine Förde­rung für Öl-Brenn­wert­heizung Öl-Brennwert­heizung: keine Ersparnis
für Wärme­pumpe: 30–80 % Wärmepumpe für 15.000 €: 4.500 – 12.000 € Ersparnis
Öl-Solar­thermie-Heizung (10 qm) 16.500 – 18.500 € keine Förde­rung für Öl-Brenn­wertheizung Öl-Brennwert­heizung: keine Ersparnis
für Solar­thermie: 30–80 % Solarther­mie für 5.000 €: 1.500 – 4.000 € Ersparnis
Wärmepumpe 26.000 - 45.000 € 30–80 % Wärmepumpe für 28.000 €**: 9.000 – 22.400 € Ersparnis
Pelletheizung 22.000 - 45.000 € 30–80 % Pelletheizung für 28.000 €**: 9.000 – 22.400 € Ersparnis

*Aufbau der Heizungsförderung:

  • Für den Einbau einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien, also Wärmepumpe oder Pelletheizung, erhältst du folgende Zuschüsse vom Staat:
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 16 % extra. Er sinkt alle 6 Monate um 4 Prozent. Ab Mitte 2028 entfällt er komplett.
  • Einkommens-Bonus:
  • 40 % zusätzlich für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 30.000 Euro.
  • 30 % zusätzlich für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen zwischen 30.000 und 40.000 Euro.
  • 10 % zusätzlich für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen zwischen 40.000 und 50.000 Euro.
  • Familienbonus: Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, wird das zu versteuernde Einkommen einmalig um 10.000 Euro reduziert. Familien haben so die Chance, in eine bessere Bonusstufe zu rutschen.
  • Maximal förderfähige Kosten: Die maximal anrechenbare Fördersumme sinkt alle 6 Monate um 750 Euro. Ende 2030 verbleibt sie bei 22.000 Euro. Das heißt, je länger du wartest, desto kleiner wird dein Zuschuss.

    **Maximal förderfähige Summe (Einfamilienhaus): 28.000 Euro

    Fazit: Lohnt sich eine neue Ölheizung für dich?

    Aus Kostensicht hält die Ölheizung einer regenerativen Heizung nur auf den ersten Blick stand. Sie bietet im Laufe der Zeit kein Einsparpotenzial im Vergleich mit anderen Heizungssystemen. Daher lohnt sich eine neue Ölheizung nicht.

    Hier findest du weitere Entscheidungshilfen:

    • Dein Haus ist kaum oder nicht energetisch saniert ➜ Prüfe, ob eine Pelletheizung für dich infrage kommt. Sie erreicht ebenso hohe Vorlauftemperaturen wie eine Ölheizung.
    • Dein Haus ist alt, aber saniert ➜ Ersetze deine Ölheizung durch eine Wärmepumpe. Es spricht nichts dagegen.
    • Du willst den Wert deines Hauses erhalten oder steigern ➜ Eine Wärmepumpe ist förderlich. Das Heizungssystem wirkt sich positiv auf den Marktwert aus. Laut einer Studie von Immobilienscout24.de erzielen Häuser mit Wärmepumpe rund ein Drittel höhere Preise als Häuser ohne.

    Meine Meinung: Du sparst die meisten Kosten mit deiner Ölheizung, wenn du sie ausbaust

    Eine Ölheizung ist nur in der Anschaffung günstig

    Der Preis für eine neue Ölheizung sieht im Vergleich mit einer Wärmepumpe oder einer Pelletheizung erst einmal klein aus. Aber du bekommst einfach gar keine Fördergelder für sie, weil sie politisch nicht gewollt ist und dem Klima schadet.

    Ziehst du aber diese Fördergelder von den Kosten einer regenerativen Heizung ab, kostet sie kaum mehr als eine neue Ölheizung. Und nach der Installation gehen die Vorteile erst los: Du heizt einfach dauerhaft günstiger und zahlst keine CO2-Steuer. Außerdem musst du dir – anders als mit einer Ölheizung – keine Gedanken mehr über GmodG-Auflagen machen. Dazu zählt vor allem die steigende Beimischung von Bio-Öl.

    Daher ist mein Ratschlag: Verabschiede dich so schnell wie möglich von deiner Ölheizung und informiere dich stattdessen rechtzeitig über eine alternative Heizung und die zugehörigen Fördergelder. Schnelligkeit zahlt sich hier besonders aus: Die Förderhöhe sinkt jedes halbe Jahr.

    Frau mit schulterlangen, braunen Haaren und Brille vor rotem Hintergrund, trägt schwarzen Pullover.
    Gina Doormann

    Fachredakteurin für Sanierungs- und Energiethemen

    Ich nehme dich mit auf die spannende Reise zur klimafreundlichen und kostensparenden Energiegewinnung und zum klimafreundlichen Heizen. Außerdem zeige ich dir, wie sich die Entwicklungen am Energiemarkt direkt auf deine heimische Heizung auswirken. Ich weiß aus erster Hand, worüber ich schreibe: Denn ich bin Eigentümerin eines hundert Jahre alten Hauses mit PV-Anlage und fahre aus Überzeugung E-Auto.

    FAQ

    Was kostet eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik?

    Die Anschaffung kostet etwa 8.000 bis 15.000 Euro.

    Welche jährlichen Betriebskosten fallen an?

    Rechne mit 1.800 bis 2.500 Euro pro Jahr für Heizöl, Wartung und Schornsteinfeger.

    Gibt es noch staatliche Förderungen?

    Nur für Hybridlösungen mit erneuerbaren Energien oder Effizienzmaßnahmen – nicht für alleinige Ölheizungen.

    Muss der alte Öltank immer erneuert werden?

    Nur bei Defekten oder wenn er nicht mehr den Vorschriften entspricht.

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