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Heizen mit Photo­voltaik: Gut gekoppelt spart gleich doppelt 

Eine Photovoltaik-Anlage und ein strombetriebenes Heizsystem – eine Kombination, bei der du in doppelter Hinsicht profitierst: Heizt du mit Solarenergie, verrin­gert sich die Menge an Netz­strom, den du teuer zukaufen musst. Gleichzeitig erhöhst du deinen Eigenverbrauch. Statt den PV-Strom gegen ein geringes Entgelt ins Netz einzuspeisen, machst du ihn dir zuhause zu­nut­ze. Dadurch amortisiert sich der Kauf deiner Photovoltaik-Anlage schon nach kurzer Zeit. Hier erfährst du, was du beach­ten musst, damit sich das Hei­zen mit Solarstrom für dich auch wirklich lohnt.

Heizen mit PV: Kombinationen, Kosten & Komponenten

Wann ist das Heizen mit PV sinnvoll?
  • Der sinnvollste Weg, mit Photovoltaik zu heizen, ist eine Wärmepumpe. Die effiziente Heizung nutzt vorrangig Umweltenergie. Den Solarstrom braucht sie nur zum Antrieb. In den Übergangsmonaten kannst du einen Großteil ihres Strombedarfs solar decken.
  • Für den Einstieg ins solare Heizen ist der Heizstab eine gute Lösung. Er kostet nur wenig und spart dir im Sommer viel Gas oder Öl. Von Mai bis September kannst du dein Warmwas­ser fast zu 100 % mit Solar­strom erzeugen.
  • Eine Infrarotheizung lohnt sich nur für Passivhäuser oder gelegentlich genutzte Räume. In einem Altbau wäre ihr Strombedarf so hoch, dass eine PV-Anlage nur einen geringen Teil davon decken könnte. Du würdest also viel Netz­strom zukaufen müssen und hohe Heizkosten ha­ben.
Hausdach mit Solarzellen und einer Wärmepumpe unter blauem Himmel mit einer Wolke.
Heizt du per Solarstrom-betriebener Wärmepumpe, sparst du viel Heizkosten. | Foto: reimax16 – stock.adobe.com

Wie funktioniert das Heizen mit Photovoltaik?

Eine Photovoltaikanlage fängt mit ihren Modulen die Strahlen der Son­ne ein und wandelt deren Energie in Strom um. Ein Heizsystem nutzt diesen PV-Strom entweder als An­triebs­energie oder es wandelt ihn per Widerstand direkt in Wärme um.

PV + Wärmepumpe: Der Effizienz-Champion

Eine Wärmepumpe ist die sinnvolls­te Art, mit Solarenergie zu heizen. Sie braucht den Solarstrom nur, um ihren Kompressor anzutreiben. Mit diesem verdichtet sie ein Kältemit­tel, das sie zuvor mit Umweltenergie vorgewärmt hat. So macht eine Wär­mepumpe aus einer Kilowattstunde Strom 3–5 Kilowattstunden Wärme. Selbst ein geringer Solarertrag an einem bewölkten Wintertag kann durch sie so weit "gehebelt" werden, dass er einen relevanten Teil deines Heizbedarfs deckt.

 

💶 Rechenbeispiel: Saniertes Einfamilienhaus

  • Wärmebedarf pro Jahr: 16.000 kWh
  • Jahresarbeitszahl (JAZ): 3,2
  • Strombedarf der Wärme­pum­pe: 5.000 kWh
  • PV-Anlagengröße: 12 kWp
  • Ersparnis pro Jahr: ca. 2.200 bis 2.600 Euro

Luft-Wasser-Wärmepumpen kosten im Durchschnitt etwa 36.300 Euro. Vom Staat erhältst du dabei bis zu 70 % Förderung auf bis zu 30.000 Euro:

Kostenpunkt / Förderung Betrag in Euro
Durchschnittliche Anschaffungskosten 36.300 €
Maximal förderfähige Summe 30.000 €
Höchstmöglicher Zuschuss (70 %) - 21.000 €
Deine effektiven Investitionskosten 15.300 €
Schematische Darstellung einer Wärmepumpe mit Photovoltaik-Anlage an einem Haus, die 25 % Strom und 75 % Umweltenergie nutzt, mit Außen- und Inneneinheit, Hausverteiler und Anschluss ans Stromnetz.
Eine Wärmepumpe lässt sich leicht mit einer PV-Anlage verbinden. | Grafik: TapTapHome

PV + Heizstab: Die unkomplizierte Nachrüstung

Ein Heizstab ist im Grunde ein gro­ßer Tauchsieder, der in deinen Warm­wasser- oder Pufferspeicher einge­schraubt wird. Er wandelt Strom im Verhältnis 1:1 in Wärme um. Das ist energetisch weniger effizient als bei einer Wärmepumpe, aber die An­schaffungskosten sind deutlich ge­ringer.

Der Heizstab dient primär dazu, den "Sommerbetrieb" deiner fossilen Hei­zung zu beenden. Von April bis Okto­ber kann dein PV-Überschuss oft das komplette Warmwasser berei­ten, sodass deine Gas-, Öl- oder Pelletheizung monatelang komplett ausgeschaltet bleibt. Das schont das Material und spart Brennstoff. Denn die großen, trägen Heizkessel nur für ein paar Liter Duschwasser starten zu lassen, ist ineffizient.

 

Dimensionierung und Regelung:

  • Leistung: zwischen 2 und 6 Kilowatt
  • Regelung: Wähle ein stufenlo­ses Modell. Es passt seine Leis­tungsaufnahme exakt an den verfügbaren Sonnenstrom an. Liefert die Sonne gerade 850 Watt Überschuss, zieht der Heizstab genau 850 Watt. Ein­fache Geräte dagegen schalten nur in festen Stufen – z. B. 1000 Watt – und verbrauchen dann oft ungewollt auch Netzstrom.

💶 Rechenbeispiel: Warmwasser-Unterstützung

  • Investition: ca. 1.000 bis 2.000 Euro (inkl. Montage)
  • Eigenverbrauch: steigt um 10 bis 20 Prozent
  • Amortisation: oft schon nach 4 bis 7 Jahren erreicht

ℹ️ Tipp: Oft amortisiert sich ein Heiz­stab schneller als ein Batteriespei­cher, sofern ein wassergeführter Wärmespeicher bereits vorhanden ist.

Mehrere Heizstäbe aus Metall liegen auf einer blauen Oberfläche.
Mit einem Heizstab und Photovoltaik sorgst du klimafreundlich für Warmwasser. | Foto: Sergey Ryzhov – stock.adobe.com
Alternative zur Warmwasserbereitung: Die Brauchwasser-Wärmepumpe 

Eine Brauchwasser-Wärmepum­pe kostet zwischen 2.500 Euro und 4.000 Euro. Meist steht sie neben der Heizung und entzieht der Raumluft im Heizungskeller die Wärme. Mit dieser erhitzt sie das Trinkwasser. Sie arbeitet effizient und trocknet nebenbei feuchte Kellerräume.

→ Für schnelle Autarkie im Be­stand liegt die Kombination aus PV und Heizstab klar im Vorteil. Suchst du hingegen nach der maximalen technischen Effi­zienz, wähle die Warmwasser-Wärmepumpe.

PV + Elektro- und Infrarotheizung: Die Speziallösung

Elektrodirektheizungen, zu denen auch Infrarotpaneele gehören, wan­deln Strom ebenfalls 1:1 in Wärme um. Infrarotwärme wird oft als ange­nehmer empfunden, da sie nicht die Luft, sondern die Körper im Raum direkt erwärmt. In schlecht gedämm­ten Altbauten sind die Betriebskos­ten jedoch ziemlich hoch. Da PV-Anlagen in den Wintermonaten nur etwa 15 % ihres Jahresertrags liefern, musst du den Großteil des Heiz­stroms teuer aus dem Netz beziehen. Willst du ein ganzes Haus per Elek­troheizung erwärmen, hast du schnell Heizkosten von mehreren tausend Euro.

Sinnvoll ist ihr Einsatz in Kombina­tion mit PV vor allem in:

  • Passivhäusern mit extrem geringem Wärmebedarf (ca. 10 Watt pro m²)
  • selten genutzten Räumen wie Hobbykellern oder Gästezim­mern
  • Badezimmern als Komfort-Zusatzheizung für schnelle Wärme

ℹ️ Tipp: Für nachträglich ausge­bau­te Dachgeschosse oder Wintergärten ohne Heizrohranschluss sind Strom­direktheizungen ideal. Ein flaches Infrarotpaneel lässt sich schnell und ohne Schmutz an der Wand anbrin­gen. Die Anschaffungskosten sind gering; Wartungskosten entstehen keine. Nutzt du diesen Raum nur stundenweise, stellt die Kombina­tion aus Infrarotheizung und Solar­strom eine pragmatische und güns­tige Lösung dar.

Heizen mit PV senkt Kosten

Wie wirtschaftlich das Heizen mit Photovoltaik ist, erfährst du, wenn du die Anschaffungskosten und die eingesparten Betriebskosten über einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtest.

 

Anschaffungskosten & Förderung 2026

Die Kosten für Photovoltaikanlagen sind heute so niedrig wie nie zuvor. Das liegt zum einen an den stark gesunkenen Komponentenpreisen. So kosten Solarmodule aktuell nur noch etwa 11 Cent pro Watt-Peak. 2016 waren es noch rund 50 Cent. Zum anderen ist die Anschaffung und Installation von PV-Anlagen und Batteriespeichern seit 2023 von der Mehrwertsteuer befreit.

Systemkomponente Kostenbereich Anmerkung
PV-Anlage (10 kWp) 12.000 € - 18.000 € ohne Speicher; inkl. Montage
Batteriespeicher (10 kWh) 5.000 € - 8.000 € Preise stark fallend
Energiemanager (HEMS) 500 - 1.500 € zur intelligenten Steuerung

Gefördert bekommst du die Installa­tion einer Photovoltaik-Anlage über das Programm 270 der KfW. Auch einige Bundesländer unterstützen die Anschaffung von Solartechnik mit zinsgünstigen Krediten oder lukrativen Zuschüssen.

Bundesland Förderprogramm Inhalt / Vorteil
Baden-Württemberg L-Bank „Wohnen mit Zukunft“ zinsgünstige Darlehen für PV & Speicher
Berlin SolarPLUS Zuschüsse für Speicher bis 15.000 €
Hessen WI-Bank Darlehen für Speicher & Anlagen bis 20 kWp
NRW progres.nrw Förderung für Fassaden-PV & Carports
Sachsen Sachsenkredit Energie bis 20% Tilgungszuschuss für Speicher

ℹ️ Tipp: Einige Städte und Energie­versorger bieten ebenfalls Zuschüs­se für PV-Anlagen an. Erkundige dich bei deiner Kommune oder deinem Stromanbieter, bevor du dir eine Anlage zulegst.

Optimale Auslegung und Dimensionierung der PV-Anlage

Du darfst eine PV-Anlage heute ruhig großzügig planen. Exper­ten raten dazu, die verfügbaren Dächer bestmöglich und kom­plett auszunutzen. Die Kosten für ein paar zusätzliche Module fallen sehr gering aus, da das teure Gerüst ohnehin bereits am Haus steht. Kleine Anlagen ver­ursachen im Verhältnis höhere Anschaffungs- und Wartungs­kosten.

Eine Daumenregel besagt: Pro Kilowatt elektrischer Leistung der neuen Wärmepumpe soll­test du mindestens 1 bis 1,5 kWp PV-Leistung auf dem Dach anbringen. Nutzt du zusätzlich einen Stromspeicher, erhöht sich der empfohlene Wert auf 1,5 bis 2 kWp PV-Leistung pro Kilo­watt Wärmepumpenleistung. Für ein einziges Kilowatt-Peak Leis­tung benötigen moderne Module etwa 5 bis 7 Quadratmeter un­verschattete Dachfläche. Für eine typische 10-kWp-Anlage musst du also etwa 50 Quadrat­meter nutzbare Fläche auf dei­nem Dach einplanen.

Langfristige Ersparnis

Am meisten profitierst du von einer Photovoltaik-Anlage, wenn du den Solarstrom selbst nutzt. Zwar be­kommst du aktuell noch Einspeise­vergütung für den Teil, den du ans Netz abgibst. Doch diese liegt in­zwischen bei unter 8 Cent je Kilo­watt­stunde. Für Netzstrom zahlst du dagegen aktuell rund 35 Cent. Je mehr von deinem PV-Strom du direkt vor Ort nutzt, desto mehr profitierst du von deiner Anlage.

Eine Wärmepumpe kann deinen Ei­gen­verbrauch von circa 30 % auf bis zu 45 % steigern, mit einem Speicher sind 60 % bis 80 % er­reich­bar. Die Amortisation der PV-Anlage in Kombination mit einer Wärmepumpe liegt bei etwa 9 bis 12 Jahren.

Heizsystem Jährliche Kosten (Betrieb) Ersparnis durch PV 20-Jahre-Gesamtkosten
Gasheizung ~2.500 € gering (nur Steuerung) 52.000 € – 60.000 €
Luftwärmepumpe ~1.300 € 30 – 45 % 38.000 € – 45.000 €
Infrarotheizung ~6.000 € 20 – 30 % 120.000 €+

Annahme: Einfamilienhaus, 150 m², 18.000 kWh Wärmebedarf, Strompreis 35-40 Cent/kWh

 

Ein weiterer Vorteil des Heizens mit Photovoltaik: Du machst dich unab­hängig von steigenden Gas- oder Ölkosten. Bei Krisen auf dem Welt­markt schnellen die Preise für fossile Brennstoffe in die Höhe. CO2-Abgabe und Netzentgelte werden sie in Zu­kunft weiter verteuern. Bei Umstieg auf eine Wärmepumpe brauchst du dir darüber keine Sorgen mehr zu machen.

Technische Voraussetzungen fürs Heizen mit Solarenergie

Die Sonne scheint vornehmlich zur Mittagszeit. Du brauchst die Wärme aber oft abends oder am frühen Morgen. Um mit dem PV-Strom zu heizen, musst du ihn also zwischen­speichern. Dabei ist die thermische Speicherung oft wichtiger als die elektrische.

Der Pufferspeicher: Der thermische Tank

Ein Pufferspeicher ist nichts anderes als ein großer Wassertank im Keller. Wenn die Photovoltaikanlage mit­tags überschüssigen Strom liefert, springt die Wärmepumpe oder der Heizstab an. Sie erhitzen mit dem Solarstrom das Wasser im Puffer­speicher auf hohe Temperaturen. Dick mit Schaumstoff isoliert, hält der Speicher das Wasser über Stun­den warm. Wenn du dann abends die Heizung aufdrehst, pumpt diese das warme Wasser durch die Heizkörper oder die Fußbodenheizung. Das Haus wird warm, obwohl die Solaranlage längst keinen Strom mehr liefert. Und du sparst dir teuren Netzstrom.

Der Batteriespei­cher: Der Eigenver­brauch-Erhöher

In diesen speichert die Photovoltaik­anlage den Strom vom Dach ein, der nicht ins Stromnetz eingespeist oder direkt verbraucht wird. Der Vorteil, wenn du mit Photovoltaik heizen möchtest: Mit einem Stromspei­cher steht dir der PV-Strom zur Verfügung, wenn die Sonne nicht scheint. Erweiterst du deine Anlage um eine Batterie, steigt dein Eigen­verbrauch. Eine optimale Dimensio­nierung liegt bei etwa 1 kWh Spei­cher­kapazität pro kWp PV-Leistung.

 

Rolle des Energiemanagers

Damit die Wärmepumpe oder der Heizstab überhaupt weiß, wann kostenloser Sonnenstrom verfügbar ist, benötigt das System ein Gehirn – den Energiemanager, auch HEMS genannt. Er erfasst Daten von der PV-Anlage, dem Batteriespeicher, der Wärmepumpe und oft auch der Wall­box. Durch die Integration von Wet­ter­prognosen kann ein HEMS vo­raus­schauend planen: Wenn für den Nachmittag viel Sonne angesagt ist, wird der Batteriespeicher morgens nicht sofort geladen, sondern die Wärmepumpe nutzt den ersten Über­schuss, um das Haus leicht vorzu­heizen. Du musst also nicht auf teu­ren Netzstrom zurückgreifen.

Der Energiemanager sorgt dafür, dass du möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen kannst. Über ei­nen Smart Meter erfasst er den exak­ten Stromfluss an deinem Netzan­schluss­punkt im Zähler­schrank. So­bald Strom in das öffent­liche Netz abfließen würde, sendet er ein digi­tales Signal an die Heizung. Die kann sich den Überschuss dann zunutze machen.

Herausforderun­gen & Grenzen

Das Heizen mit Photovoltaik hat et­liche Vorteile. Eine volle Unabhängig­keit ist jedoch wegen der geringeren PV-Erträge im Winter kaum möglich.

Aspekt Vorteile Nachteile
Kosten Kostensenkung: Der Eigenverbrauch von billigem Solarstrom ersetzt teuren Netzstrom oder teures Erdgas. Investitionskosten: Ein Komplettsystem aus großer Solaranlage, Lithium-Speicher, Energiemanager und Wärmepumpe kostet schnell über 40.000 Euro. Auch wenn der Staat viel fördert: Du musst in Vorleistung gehen.
Unabhängigkeit: Das Haus koppelt sich von globalen Krisen ab. Schwankende Weltmarkpreise und steigende CO₂-Abgaben auf Heizöl oder Erdgas tangieren dich nicht mehr. Winterlücke: Im Dezember und Januar liefert das Dach kaum Strom. Genau dann brauchst du die meiste Wärme. Um den Zukauf von Netzstrom kommst du also nicht herum.
Wertsteigerung: Das Haus gewinnt enorm an Wert. Immobilien, die mit erneuerbaren Energien heizen, erzielen bereits heute höhere Verkaufspreise.
Technik Effizienz: Die Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe veredelt jede Kilowattstunde Strom zu einem Vielfachen an Wärme. Platzbedarf: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt einen Stellplatz im Vorgarten. Der Pufferspeicher und der Stromspeicher füllen schnell einen kompletten Kellerraum.
Technologieoffenheit: Eine PV-Anlage kannst du mit verschiedenen Heizsystemen kombinieren. Komplexität: Die Anlage verzeiht keine Fehler bei der Installation. Der Wechselrichter, das Batteriesystem, der Energiemanager und die Wärmepumpe müssen reibungslos miteinander kommunizieren. Ein falsches Kabel ruiniert den Eigenverbrauch.
Gebäudeanforderungen: Eine Wärmepumpe liebt niedrige Temperaturen. In einem ungedämmten Altbau verpufft die Wirkung oft. Dämme daher zuerst die Decken oder tausche alte Fenster.
Zeitversatz: Die PV-Anlage liefert den meisten Strom in der Tagesmitte. Der höchste Wärmebedarf besteht jedoch in Morgen- und Abendstunden. Ohne Speicher funktioniert eine PV-Heizung meist nicht.
Umwelt CO₂-Bilanz: Die Wärmeerzeugung erfolgt lokal absolut emissionsfrei und schont die Umwelt.
Wie viel Solarenergie dir zum Heizen zur Verfü­gung steht 

Die größte Herausforderung beim Heizen mit PV ist die zeit­liche Diskrepanz zwischen Er­zeugung und Bedarf. Gerade im Winter ist die Leistung einer PV-Anlage am geringsten. In Deutsch­land liefern die Monate November bis Februar zusam­men nur etwa 15 % bis 20 % des Jahresertrags. Dennoch ist der Beitrag nicht zu unterschätzen: Eine moderne 10 kWp-Anlage produziert auch im Dezember in Deutschland noch genug Strom für die Grundlast einer effizien­ten Wärmepumpe oder die Warmwasserunterstützung.

Monat Ertrag 10 kWp Anlage (Süd, ca. 35°) Tagesertrag (Ø) Heizbedarf-Abdeckung (Haus Baujahr 1980)
Dezember 170 – 250 kWh 6 – 8 kWh 10 – 15 %
Januar 200 – 300 kWh 7 – 10 kWh 12 – 18 %
Februar 350 – 500 kWh 12 – 18 kWh 20 – 30 %
Juni (Spitze) 1.200 – 1.400 kWh 40 – 47 kWh > 100 % (Warmwasser)

Dennoch muss der Großteil des Heizstroms im Winter aus dem Netz bezogen werden. Eine PV-Anlage ist also ein starker Kos­tenminderer, aber keine autar­ke Heizlösung. In der Über­gangs­zeit im Frühjahr und Herbst heizt du dafür mit PV wirklich effektiv.

Tipps zur Pla­nung & Umset­zung

  • Dämme dein Haus. So senkst du deinen Bedarf an Wärme. Das spart Strom.
  • Prüfe deine Heizkörper. Tau­sche zu kleine gegen größere aus. Das senkt die Vorlauftem­peratur und macht eine Wär­me­pumpe effizienter.
  • Lass den Wärmebedarf be­rech­nen. Dann kaufst du keine zu große Wärmepumpe, die unnötig viel Strom braucht.
  • Achte auf das SG-Ready-Label. Stelle sicher, dass deine Hei­zung eine Schnittstelle hat, um mit der PV-Anlage zu kommu­nizieren.
  • Wähle effiziente Geräte. Achte auf einen hohen Wirkungsgrad bei allen Geräten. So geht kaum Strom verloren.
  • Ganzheitlich planen: Betrachte PV und Heizung nicht getrennt. Das Zusammenspiel spart die meiste Energie.
  • Dach vollmachen: Module sind inzwischen günstig. Je mehr Fläche du belegst, desto eher kann die PV-Anlage deiner Wär­mepumpe auch bei bewölktem Himmel Strom liefern.
  • Thermische Speicher nutzen: Investiere lieber in einen etwas größeren Wasserspeicher als in einen überdimensionierten Batteriespeicher. Wärme zu speichern ist effizienter und günstiger.
  • Stelle zuerst den Förderan­trag. Lasse nichts installieren, bevor du nicht die Förderung beantragt hast. Sonst erhältst du keine Zuschüsse.
Mein Rat: Spar mit Solar 

Selbst Strom zu erzeugen, fühlt sich gut an. Diesen Strom dann zu nutzen, um Räume und Dusch­wasser zu erwärmen, noch besser. Die Zeiten, in denen wir unbekümmert mit Gas oder Öl geheizt haben, sind vorbei. Nicht nur, weil wir immer mehr die Folgen fossiler Verbrennung zu spüren bekommen. Auch, weil es mit den Preisen wohl zukünftig aufwärts gehen wird. Verknap­pung am Weltmarkt, CO2-Abga­be, Bio-Quote und steigende Netzentgelte: All das dürfte das klassische Heizen teurer werden lassen.

Wärmepumpen sind schon heu­te meist die günstigere Alterna­tive. Versorgst du sie mit eige­nem Solarstrom, hast du noch geringere Betriebskosten. Gleich­zeitig nutzt du deine PV-Anlage bestmöglich aus. Statt den nicht im Haushalt ge­brauch­ten Strom ins Netz zu schicken, hast du mit der Hei­zung einen zusätzlichen Abneh­mer.

Weniger Heizkosten und mehr Eigenverbrauch, weniger Ab­hän­gigkeit und mehr Autarkie – mit diesem Duo bist du für die Zukunft gewappnet.

Frau mit braunen Haaren und schwarzem Oberteil vor grünem Hintergrund lächelt in die Kamera.
Ariane Müller

Fachredakteurin für Energiethemen

Ich recherchiere und rechne, analysiere Forschungsdaten und Förderprogramme – damit du auf einen Blick erfährst, welche Maßnahmen sich für dein Haus lohnen. Als Altbau-Besitzerin weiß ich aus eigener Erfahrung, wie kostspielig Sanierungen sein können und wie wichtig es ist, gut informiert zu sein.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Heizen mit Photovoltaik

Reicht der Solarstrom im Winter für mein ganzes Haus aus?  

Nein, im tiefen Winter reicht die solare Leistung nie aus. Die Sonne liefert von November bis Februar nur einen kleinen Teil ihres Ertrags. Du wirst in diesen Monaten immer zusätzlichStrom aus dem öffent­lichen Netz brauchen. Dennoch deckt eine gute Anlage oft die Grundlast einer effizienten Wärme­pumpe.

Wie viel staatliche Förde­rung bekomme ich für eine neue Wärmepumpe?  

Du erhältst vom Staat eine Basis­förderung von 30 Prozent der Kos­ten. Durch verschiedene Boni kannst du diesen Satz auf bis zu 70 Prozent steigern. Das gilt zum Beispiel bei geringemEinkommen oder für den schnellen Austausch alter Heizungen. Bei einer Investi­tion von 30.000 Euro sind das bis zu 21.000 Euro Zuschuss. Stelle deinen Antrag unbedingt vor dem Beginn der Arbeiten.

Ist ein Heizstab eine gute Alternative zu einer Wärmepumpe?  

Ein Heizstab ist günstig beim Kauf, aber er arbeitet weniger effi­zient. Er wandelt Strom nur im Ver­hältnis von 1:1 in Wärme um. Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom hinge­gen drei bis fünf Kilowatt­stun­den Wär­me. Nutze den Heizstab am besten als Ergänzung für warmes Wasser im Sommer. So kann dein alter Heizkessel in der warmen Zeit komplett ausgeschaltet bleiben.

Warum ist ein Energie­manager für mein System so wichtig?  

Ein Energiemanager ist das Gehirn des Systems. Er erkennt sofort, wenn deine Solaranlage einen Stromüberschuss produziert, und schaltet dann die Heizung ein. Ohne diese Steuerung würdest du oft teuren Strom aus dem Netz zukaufen müssen.

Lohnt sich eine Infrarot­heizung in meinem alten Haus?  

Experten raten im ungedämmten Altbau dringend von dieser Lösung ab. Die dünnen Wände verlieren die erzeugte Wärme sofort wieder nach draußen. Infrarotheizungen verbrauchen in solchen Häusern riesige Mengen an teurem Netz­strom. Das kann dich finanziell ruinieren. Sinnvoll ist der Einsatz nur in extrem gut gedämmten Passivhäusern.

Wie groß sollte meine Photovoltaikanlage für die Heizung sein?  

Module sind heute sehr günstig. Also nutze deine gesamte Dachflä­che voll aus. Experten empfehlen für ein Einfamilienhaus eine Leis­tung von mindestens 10 bis 12 Kilowatt-Peak. Im Norden Deutsch­lands solltest du die Anlage ten­den­ziell noch etwas größer planen. Das hilft dir besonders an trüben Tagen in der Übergangszeit.

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