Alternative zur Ölheizung:
Heiz deinem alten Haus mit neuer Technik ein
Du hast eine Ölheizung und überlegst, sie gegen eine Alternative auszutauschen. Doch mit einem Altbau ist es nicht so einfach, die richtige neue Heizung auszuwählen. Schließlich soll es auch mit einer Alternative zur Ölheizung warm werden – aber bitte ohne explodierende Energiekosten. Lies mehr über praxistaugliche Heizungssysteme als Ersatz für die Ölheizung in Bestandsgebäuden. Wir beleuchten die verschiedenen Optionen – von der Wärmepumpe bis zur Pelletheizung – abhängig vom energetischen Zustand deines Hauses. Außerdem erfährst du deren Vor- und Nachteile und erhältst eine Orientierung zu den ungefähren Anschaffungskosten. Finde eine gute Grundlage für deine Entscheidung.
Alternativen zur Ölheizung gibt es viele – finde die beste für dein Haus
Jedem Haus seine Ölheizungs-Alternative
- Dein Haus ist alt, wurde aber saniert und gedämmt? ⇒ Wähle die Wärmepumpe. Sie heizt ein gedämmtes Haus sehr zuverlässig und sparsam. Die Alternativen Pelletheizung oder Hybridheizung bieten weniger Komfort und sind auch teuer in der Anschaffung.
- Dein Altbau ist nicht oder schlecht gedämmt? ⇒ Du brauchst hohe Vorlauftemperaturen, um das Haus warm zu bekommen. Das leistet eine Wärmepumpe, denn viele Modelle liefern Temperaturen von 65 bis 75 Grad Celsius. Dafür braucht sie im schlecht gedämmten Haus aber mehr Strom. Daher die Empfehlung: Hast du eine PV-Anlage, dann setze auch bei geringem Dämmstandard auf eine Wärmepumpe.
- Schlecht gedämmter Altbau ohne PV-Anlage ⇒ Entscheide dich anstelle der Ölheizung für eine Pelletheizung oder einen Fernwärmeanschluss. Mit einer dieser Lösungen wird dein Haus warm, ohne dass du hohe Stromkosten fürchten musst. Aber: Eine Pelletheizung benötigt viel Platz für ein Pelletlager. Und Fernwärme muss bei dir grundsätzlich verfügbar sein, das ist vor allem auf dem Land oft schwierig.
Inhalt
- Vorm Heizungstausch: Viele Aspekte bedenken
- Förderung beim Wechsel von Öl zu Erneuerbar
- Energetisch gut saniertes Einfamilienhaus? Das sind deine Alternativen zur Ölheizung
- Unsaniertes Einfamilienhaus? Starke Alternativen für ein ungedämmtes Haus
- Alle Heizungstypen im Überblick
- Weitere Optionen
- Was ist, wenn keine Alternative zur Ölheizung möglich ist?
- Fazit
Mit dem Brennstoffverbrauch der richtigen Alternative zur Ölheizung auf der Spur
Du suchst die richtige Alternative zur Ölheizung. Dann beginnst du am besten bei deinem Brennstoffverbrauch von Öl und Gas.
Für eine erste Einschätzung, welches alternative Heizungssystem für dich infrage kommt, musst du wissen, wie viel Heizenergie dein Haus aktuell benötigt. Das geht mit deinem aktuellen Ölverbrauch. Hier ist eine schrittweise Anleitung:
Benötigte Informationen:
- Dein jährlicher Brennstoffverbrauch: Heizöl in Liter pro Jahr, zum Beispiel aus Rechnungen der letzten 1-3 Jahre für einen Durchschnittswert.
- Energieinhalt des Brennstoffs: Heizöl EL (Standard): ca. 10 kWh pro Liter.
- Wirkungsgrad deiner alten Heizung (Jahresnutzungsgrad): Dies ist der kniffligste Teil, da der tatsächliche Wirkungsgrad von Alter, Typ, Wartung und Betriebsweise deiner Heizung abhängt. Hier sind grobe Schätzwerte:
- Sehr alter Kessel (vor 1985): 60-75 % (0,60 - 0,75)
- Alter Kessel (1985-1995): 75-85 % (0,75 - 0,85)
- Niedertemperaturkessel (nach 1995): 85-92 % (0,85 - 0,92)
- Brennwertkessel (modern): 90-98 % (0,90 - 0,98, bezogen auf den Brennwert des Brennstoffs)
Berechnungsschritte:
➔ Schritt 1: Jährlichen Brennstoffverbrauch ermitteln
Sammele deine Verbrauchsdaten der letzten 12 Monate. Idealerweise mittelst du die Verbräuche über 2-3 Jahre, um Schwankungen durch unterschiedlich kalte Winter auszugleichen.
➔ Schritt 2: Gesamtenergiegehalt des verbrauchten Brennstoffs berechnen
Gesamtenergie (kWh) = Jahresverbrauch Öl (Liter) * 10 kWh/Liter Beispiel: 2.500 Liter Öl * 10 kWh/Liter = 25.000 kWh
➔ Schritt 3: Wirkungsgrad der alten Heizung berücksichtigen Nun berechnest du, wie viel von dieser im Brennstoff enthaltenen Energie tatsächlich als Nutzwärme in deinem Haus ankam.
Gesamtenergie Brennstoff (kWh/Jahr) * Wirkungsgrad Kessel (z. B. 0,80 für 80 %) = Benötigte Heizenergie des Hauses (kWh/Jahr)
➔ Beispielrechnung, Kesselwirkungsgrad geschätzt auf 80 %
25.000 kWh * 0,80 = 20.000 kWh/Jahr = Benötigte Heizenergie
Hinweis:
- Warmwasser: Die so berechnete Energiemenge enthält in der Regel auch den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung, sofern sie über deine Zentralheizung erfolgt. Der Anteil für Warmwasser liegt oft zwischen 800 und 1.200 kWh pro Person und Jahr.
➔ Mit dieser Methode erhältst du einen sehr guten ersten Anhaltspunkt für den Energiebedarf deines Hauses. Denn:
- < 20.000 bis 25.000 kWh => Wärmepumpe
- > 25.000 kWh => Pelletheizung, Fernwärme, Öl-Hybridheizung
Wichtigste Öl-Alternativen im Überblick
Die folgende Tabelle fasst wichtige Merkmale möglichen Heizsysteme im Vergleich zusammen:
Merkmal
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Pelletheizung
Öl-Hybridheizung
Geeignet für hohe Vorlauftemperaturen im Altbau
Immer mehr Modelle
Ja
Ja , der Öl-Anteil deckt Spitzenlasten
Energiequelle / Brennstoff
Umweltwärme und Strom
Holzpellets
Umweltwärme/Strom oder Sonne und Heizöl
Komfort / Automatisierung
Hoch (automatisch)
Hoch: automatisch, außer Ascheentleerung
Hoch: automatisch
Platzbedarf
Mittel: Außengerät, Inneneinheit, Wärmespeicher
Hoch: Kessel und großes Pelletlager
Mittel bis hoch: Ölkessel, Öltank + Zusatzkomponente
Lokale Emissionen (am Haus)
Keine
Ja: Feinstaub, CO₂, aber gering bei modernen Anlagen
Ja, durch den Öl-Anteil, aber reduziert durch Erneuerbaren-Anteil
Ungefähre Anschaffungskosten*
ca. 15.000 - 30.000 € oder mehr
ca. 20.000 - 35.000 €
ca. 15.000 - 40.000 €, variiert stark¹
Laufende Kosten
Niedrig bis mittel; stark abhängig von Effizienz, Dämmung und Strompreis; sinken durch eigene PV-Anlage
Mittel, abhängig vom Pelletpreis
Mittel, ist abhängig von Öl-/Strompreis & EE-Anteil²
¹ Kosten stark abhängig davon, ob ein bestehender Ölkessel weitergenutzt oder ein komplett neues Hybridsystem installiert wird.
² EE-Anteil = Anteil der erneuerbaren Energie, zum Beispiel durch Wärmepumpe oder Solarthermie.
Vorm Heizungstausch: Viele Aspekte bedenken
Es gibt nicht DIE EINE Alternative zur Ölheizung. Die optimale Wahl hängt immer von den individuellen Gegebenheiten deines Hauses und deinen Prioritäten ab.
Der Abschied von der Ölheizung ist für viele Hausbesitzer ein notwendiger und sinnvoller Schritt in Richtung Zukunftssicherheit und Kostenersparnis. Achte bei der Wahl des Ersatzes für deine Ölheizung auf Punkte:
- Energieeffizienz zuerst: Bevor du dich für ein neues Heizsystem entscheidest, prüfe unbedingt, ob und wie du den Wärmebedarf deines Hauses senken kannst. Jede eingesparte Kilowattstunde Heizenergie senkt die Heizkosten. Maßnahmen wie Dämmung von Dach, Fassade, Kellerdecke oder der Austausch alter Fenster verbessern nicht nur den Wohnkomfort, sondern erweitern auch die Auswahl an effizienten Heizsystemen, insbesondere Wärmepumpen. Außerdem reduzieren Dämmmaßnahmen die Betriebs- und oft auch Anschaffungskosten von Wärmepumpen, weil sie weniger leistungsstark sein müssen. Auch wenn du dich für eine Pelletheizung entscheidest, profitierst du von geringerem Brennstoffverbrauch.
- Systemtemperaturen prüfen: Lass von einem Heizungsfachbetrieb prüfen, welche Vorlauftemperaturen dein aktuelles Heizungssystem wirklich benötigt. Manchmal sind sie niedriger als gedacht oder lassen sich durch den Austausch einzelner Heizkörper senken. Dies ist entscheidend für die Eignung einer Wärmepumpe.
- Langfristig denken: Berücksichtige nicht nur die durchaus erheblichen Anschaffungskosten für eine Alternative zur Ölheizung, sondern auch die erwarteten Betriebs- und Wartungskosten über die nächsten 15 bis 20 Jahre. Systeme, die auf erneuerbaren Energien basieren, haben tendenziell ein höheres Zukunftspotenzial hinsichtlich Kostenstabilität als fossile Systeme. Kalkuliere Fördermittel mit ein. Bedenke außerdem, dass du mit einem regenerativen Heizungssystem keine CO 2-Abgaben zahlen musst.
- Platzbedarf und Infrastruktur: Kläre den Platzbedarf für die neue Heizung. Denk an Inneneinheit, Außeneinheit, Speicher und Brennstofflager. Prüfe auch, ob die notwendige Infrastruktur, also der Stromanschluss für die Wärmepumpe, eine Zufahrt für den Pellets-Lkw oder ein möglicher Fernwärmeanschluss bei dir vorhanden ist.
- Komfort vs. Aufwand: Wie viel persönlichen Aufwand möchtest du fürs Heizen betreiben? Eine Wärmepumpe oder Fernwärme läuft weitgehend automatisch. Mit einer Pelletheizung musst du regelmäßig die Asche ausleeren und du musst Pelletlieferungen entgegennehmen.
- Unabhängige Beratung einholen: Welche Alternative gibt es zur Ölheizung, die für dein Haus am besten passt? Diese Frage kann nur eine individuelle Analyse beantworten. Ziehe hierfür einen unabhängigen Energieberater hinzu. Er bewertet den energetischen Zustand deiner Immobilie, berechnet den Wärmebedarf, prüft die Eignung verschiedener Systeme und stellt Wirtschaftlichkeitsvergleiche inklusive Einbeziehung der aktuellen Fördermöglichkeiten an. Der Berater bewahrt dich so vor Fehlentscheidungen bei der Wahl der Heizungsalternativen zu Öl. Die Beratung ist eine lohnende Investition.
Förderung beim Wechsel von Öl zu Erneuerbar

Wenn du von einer Ölheizung zu einer regenerativ betriebenen Heizung wechselst, erhältst du hohe staatliche Fördergelder.
- 30 Prozent Grundförderung
- + 20 Prozent Geschwindigkeitsbonus
- + (bei Wärmepumpen) ggf. 5 Prozent Effizienzbonus
- + 30 Prozent Einkommensbonus, wenn dein zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 40.000 Euro liegt
Energetisch gut saniertes Einfamilienhaus? Das sind deine Alternativen zur Ölheizung

Ein energetisch saniertes Haus hat einen geringeren Wärmebedarf. Dies wird durch Maßnahmen wie Dämmung der Gebäudehülle, das heißt Dach, Fassade, Kellerdecke sowie den Einbau dichter Fenster erreicht. Dank des reduzierten Wärmebedarfs und den niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten nun auch energiesparende Heizsysteme effizient.
⇒ Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Wassers, das vom Heizkessel zu den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung fließt.
⇒ Ältere Ölheizungen, aber auch Gasheizungen, arbeiten oft mit hohen Vorlauftemperaturen von über 60°C, während moderne Systeme, insbesondere in gut gedämmten Häusern, oft mit unter 50°C oder gar unter 40°C auskommen.
Folgende Heizungssysteme kommen im sanierten Altbau als Ölheizungs-Alternative infrage:
⇒ Im bereits energetisch gut aufbereiteten Altbau eignen sich Wärmepumpe, Pelletheizung und Hybridheizung in dieser Reihenfolge.
Die Wärmepumpe

⇒ Im gut sanierten Einfamilienhaus, das Vorlauftemperaturen von unter 55 Grad Celsius erfordert, ist eine Wärmepumpe die langfristig beste Alternative zur Ölheizung.
⇒ Fazit für diesen Haustyp: In einem gut sanierten Einfamilienhaus mit niedrigen Vorlauftemperaturen ist die Wärmepumpe die sinnvollste Alternative zur Ölheizung. Sie bietet langfristig niedrige Betriebskosten.
Die Pelletheizung

Die Pelletheizung kann auch für einen Altbau sinnvoll sein. | Bildquelle: AdobeStock_Ocskay Mark
⇒ Im sanierten Einfamilienhaus, das aber Vorlauftemperaturen von mehr als 55 Grad Celsius erfordert, ist eine Pelletheizung eine leistungsstarke und sinnvolle Alternative zur Ölheizung.
- Fazit für diesen Haustyp: Auch im gut sanierten Haus ist die Pelletheizung eine echte Alternative zur Ölheizung. Insbesondere dann, wenn sehr niedrige Vorlauftemperaturen, etwa für eine Wärmepumpe, nicht erreicht werden können.
- Für ein saniertes Haus ist die Pelletheizung aber eventuell überdimensioniert und der Aufwand ist unnötig hoch.
Öl-Hybridheizung

⇒ Im gut sanierten Einfamilienhaus kommt die Hybridheizung als Alternative zur Ölheizung vor allem als Übergangslösung infrage. Doch für diesen Zweck zwei Heizungssysteme anzuschaffen, ist unnötig teuer. Daher lautet die Empfehlung: Verzichte auf eine Hybridlösung und setze stattdessen direkt auf ein zu 100 % regeneratives System.
- Fazit für diesen Haustyp: Hybridheizungen können eine Übergangslösung oder eine Option für energetisch grenzwertige Gebäude sein, bei denen eine alleinige Wärmepumpen-Lösung an ihre Grenzen stoßen könnte. Möchtest du aber vollständig aus fossilen Brennstoffen aussteigen, dann entscheide dich direkt für eine rein erneuerbare Heizung.
Unsaniertes Einfamilienhaus? Starke Alternativen für ein ungedämmtes Haus

Ist dein Haus noch nicht ausreichend saniert oder benötigt dein Heizsystem hohe Vorlauftemperaturen? Dann hat dein Haus vermutlich einen hohen Wärmebedarf und ein Heizsystem, das auf hohe Vorlauftemperaturen von 60-75°C ausgelegt ist. Dies stellt besondere Anforderungen an den Ersatz für die alte Ölheizung.
Die Pelletheizung
Im kaum oder nicht sanierten und schlecht gedämmten Einfamilienhaus eignet sich eine Pelletheizung sehr gut als Ölheizungs-Alternative. Sie erreicht die erforderlichen, hohen Vorlauftemperaturen und heizt mit regenerativer Biomasse.
Fazit für diesen Haustyp: Für viele unsanierte oder nur teilsanierte Altbauten stellt die Pelletheizung eine der sinnvollsten Alternativen zur Ölheizung dar. Denn sie meistert die technischen Herausforderungen hoher Vorlauftemperaturen und nutzt dennoch einen erneuerbaren Energieträger.
Die Hochtemperatur-Wärmepumpe
Im kaum oder nicht sanierten und schlecht gedämmten Einfamilienhaus ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe zwar möglich, aber nicht die beste Wahl. Sie erreicht hohe Vorlauftemperaturen, ist dabei aber nicht sehr wirtschaftlich.
- Fazit für diesen Haustyp: Die Hochtemperatur-Wärmepumpe ist eine technische Möglichkeit, dabei aber oft nicht die wirtschaftlichste Alternative für eine alte Ölheizung. Ziehe sie nur nach sorgfältiger Prüfung und Wirtschaftlichkeitsberechnung durch einen Fachmann in Betracht.
Tipp: Anstelle einer Hochtemperatur-Wärmepumpe eignet sich im unsanierten Altbau auch eine Standard-Wärmepumpe. Sie erreicht in vielen Fällen Vorlauftemperaturen von bis zu 75 Grad Celsius, bei geringeren Anschaffungskosten.
Fernwärme

Im kaum oder nicht sanierten und schlecht gedämmten Einfamilienhaus ist der Anschluss ans Fernwärmenetz eine gute Möglichkeit zum Heizen. Allerdings ist Fernwärme nicht überall verfügbar und du hast keine Möglichkeit zum Anbieterwechsel.
- Fazit für diesen Haustyp: Wenn verfügbar, ist Fernwärme eine sehr komfortable und technisch unkomplizierte Alternative zur Ölheizung im Altbau. Ob sie wirklich infrage kommt, hängt von der Verfügbarkeit und den individuellen Anschlusskonditionen ab.
Alle Heizungstypen im Überblick
Wärmepumpe
- Funktionsweise: Wärmepumpen entziehen der Umwelt, also Luft, Erdreich oder Grundwasser, Wärmeenergie. Mithilfe von Strom heben sie sie auf ein höheres Temperaturniveau an, um das Gebäude zu heizen. Man unterscheidet zwischen Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme) und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Grundwasser).
- Anschaffungskosten: Die Anfangsinvestition ist höher als bei Öl- oder Öl-Brennwert-Heizungen. Rechne für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation, Speicher usw. typischerweise mit Kosten zwischen ca. 15.000 und 30.000 Euro. Bei Erdwärmepumpen oder Grundwasser-Wärmepumpen liegen die Kosten aufgrund der notwendigen Bohrungen bzw. Brunnen deutlich höher, oft im Bereich von ca. 25.000 bis über 45.000 Euro. Allerdings senken Fördergelder diese Kosten deutlich.
- Die Effizienz ist stark von der Vorlauftemperatur abhängig: Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Ideal sind Fußboden- oder Wandheizungen bzw. ausreichend groß dimensionierte Heizkörper, die auch bei 35-45°C den Raum warm bekommen. In gut sanierten Altbauten ist das erreichbar.
- Eine Wärmepumpe benötigt Platz. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe für die Außeneinheit oder bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe für Erdsonden oder Erdkollektoren. Für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe müssen zwei Brunnen gebohrt werden.
- Für Erd- und Wasser-Wärmepumpen sind Genehmigungen erforderlich.
Pelletheizung
- Funktionsweise: Ein Pelletkessel verbrennt automatisch zugeführte Holzpellets und erzeugt so Wärme für Heizung und Warmwasser. Pellets sind kleine Presslinge aus Sägemehl und Holzspänen. Die Pellets werden in einem Lager, zum Beispiel einem Gewebetank, einem Erdtank oder Lagerraum bevorratet und per Schnecke oder Saugsystem zum Kessel transportiert.
- Diese Heizung verbrennt Holzpellets vollautomatisch. Ihr großer Vorteil: Sie liefert problemlos auch hohe Vorlauftemperaturen und eignet sich daher sehr gut als direkter Ersatz für eine Ölheizung im Altbau. Sie bietet ähnlichen Komfort wie deine alte Ölheizung. Du brauchst allerdings Platz für das Pelletlager.
- Kosten von ca. 20.000 bis 35.000 Euro ohne Förderung. Pelletheizungen nutzen den nachwachsenden Rohstoff Holz, aber du musst regelmäßig den Aschebehälter leeren. Das ist aufwändig.
Hochtemperatur-Wärmepumpe
- Funktionsweise: Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe ist darauf ausgelegt, hohe Vorlauftemperaturen von bis zu rund 80°C zu erreichen.
- Anschaffungskosten: Oftmals höher, rechne mit Kosten inklusive Installation im Bereich von ca. 20.000 bis 35.000 Euro. Hiervon gehen noch Förderungen ab.
Fernwärme
- Funktionsweise: Die Fernwärme wird zentral in einem Heizkraftwerk, zum Beispiel mit Kraft-Wärme-Kopplung oder unter Nutzung von Abwärme oder erneuerbaren Quellen, erzeugt. Über ein isoliertes Rohrnetz gelangt sie in die angeschlossenen Gebäude. Im jeweiligen Haus befindet sich nur eine Übergabestation.
- Anschaffungskosten: Die Kosten variieren je nach Versorger und Entfernung zum Netz. Sie umfassen in der Regel Anschlusskosten und die Kosten für die Übergabestation im Haus. Rechne mit einer Spanne von ca. 8.000 bis über 20.000 Euro. Für den genauen Preis musst du bei deinem lokalen Anbieter anfragen.
Öl-Hybridheizung
- Funktionsweise: Bei einer Hybridheizung werden zwei Wärmeerzeuger kombiniert, typischerweise eine Wärmepumpe mit einem Spitzenlastkessel. Das kann der noch funktionstüchtige Ölkessel sein, wenn es sich um eine Öl-Brennwert-Heizung handelt. Die Wärmepumpe deckt die Grundlast bei milderen Temperaturen effizient ab, der Öl-Kessel springt nur bei sehr hohem Wärmebedarf, zum Beispiel bei niedrigen Temperaturen, an.
- Anschaffungskosten: Die Kosten sind stark von der gewählten Kombination abhängig. Kombinierst du die Wärmepumpe mit einem neuen Spitzenlastkessel, können die Gesamtkosten im Bereich von ca. 35.000 Euro oder mehr liegen. Nutzt du den vorhandenen Kessel weiter, musst du nur die Kosten für die Ergänzung der Wärmepumpe tragen.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Heizungssystem
Vorteile im sanierten Haus
Nachteile im sanierten Haus
Vorteile im unsanierten Haus
Nachteile im unsanierten Haus
Wärmepumpe
sehr effizient, vor allem mit eigener PV-Anlage
förderfähig
bei Luftwärmepumpe: evtl. Lautstärke
vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen lassen sich flexibel aufstellen
förderfähig
hohe Vorlauftemperatur und Leistung erforderlich, evtl. nicht
aus-reichend effizient
evtl. Lautstärke
Pelletheizung
nutzt nachwachsenden, regional verfügbaren Rohstoff Holz
automatischer Betriebskomfort, ähnlich Ölheizung
Pellets günstiger als Heizöl
förderfähig
sehr hohe Anschaffungskosten
hoher Platzbedarf
regelmäßige Ascheentsorgung
eventuell zu viel Leistung für diesen Haustyp
erreicht die erforderlichen hohen Vorlauftemperaturen
nutzt regenerativen Brennstoff
hohe Förderung
hohe Anschaffungskosten
hoher Platzbedarf
Arbeit durch Ascheentsorgung
Hochtemperatur -Wärmepumpe
für diesen Haustyp keine sinnvolle Option
Einsatz von Wärmepumpentechnologie auch bei hoher Vorlauftemperatur
keine lokalen Emissionen
förderfähig
höherer Strombedarf als andere Wärmepumpen,
also höhere Heizkosten
höhere Anschaffungskosten
Fernwärme
kein eigener Heizkessel, Schornstein, Brennstofflager nötig
wartungsarm
kann, je nach Art der Wärmeerzeugung, sehr umweltfreundlich sein
förderfähig
Langfristige Vertragsbindung an den Fernwärme-versorger
Abhängigkeit von der Preisgestaltung des Versorgers, keine Wahlfreiheit
liefert hohe Vorlauftemperaturen
kein eigener Heizkessel, Schornstein, Brennstofflager nötig
wartungsarm
kann, je nach Art
der Wärmeerzeugung, sehr umweltfreundlich sein
förderfähig
Langfristige Vertragsbindung
an den Fernwärmeversorger
Abhängigkeit von der Preisgestaltung des Versorgers, keine Wahl-freiheit
Öl-Hybridheizung
für diesen Haustyp nur als Übergangslösung vorstellbar
eher nicht sinnvoll
Vorteile erneuerbarer Energien mit Versorgungs-sicherheit des fossilen Systems
sorgt an sehr
kalten Tagen für ausreichend hohe Vorlauf-temperaturen
teilweise förderfähig
Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bleibt teilweise bestehen, die
sind ab 2045 verboten
Kosten, Wartung und Reinigung von zwei Systemen
hoher Platzbedarf
Weitere Optionen
Als weitere Möglichkeit, die Ölheizung zu ersetzen, wird auch die Brennstoffzellenheizung diskutiert. Sie erzeugt mittels Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme. Der große Vorteil liegt in der Stromproduktion für den Eigenbedarf.
Allerdings benötigt sie als Brennstoff überwiegend Erdgas, zukünftig potenziell auch Wasserstoff und somit einen Gasanschluss. Als direkter Ersatz für eine Ölheizung kommt sie daher nur infrage, wenn ein solcher Anschluss vorhanden oder leicht realisierbar ist. Zudem sind die Anschaffungskosten aktuell noch sehr hoch, deutlich höher als bei Wärmepumpen oder Pelletheizungen. Wegen der Gasabhängigkeit und der hohen Kosten ist die Brennstoffzellenheizung derzeit eher eine Nischenlösung. Als generelle Alternative zur Ölheizung im typischen Altbau ist sie weniger naheliegend als Wärmepumpen oder Biomasseheizungen.
Was ist, wenn keine Alternative zur Ölheizung möglich ist?

Es gibt fast immer eine theoretische Alternative zur Ölheizung. Allerdings kann ein vollständiger Umstieg in seltenen Ausnahmefällen praktisch unmöglich oder wirtschaftlich unzumutbar sein. Zum Beispiel wenn beispielsweise strenge Denkmalschutzauflagen energetische Sanierungen für den effizienten Betrieb von Wärmepumpen verhindern. Oder extremer Platzmangel macht den Einbau von Pelletlagern oder anderen Systemen unmöglich. Wenn du wirklich keine technisch sinnvolle und finanziell tragbare alternative Lösung findest, die den Wärmebedarf deines Hauses abdeckt, muss die Ölheizung so lange wie möglich weiterlaufen. Du musst dann allmählich auf grüne Heizöl-Alternativen umsteigen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Fazit
Die beste Alternative zur Ölheizung für dein Einfamilienhaus ergibt sich aus einer sorgfältigen Analyse deines Gebäudes. Außerdem der vorhandenen Heizverteilung, deiner persönlichen Präferenzen, des finanziellen Rahmens unter Berücksichtigung von Förderungen und einer vorausschauenden Planung. Vor allem, indem du den Energiebedarf senkst und alle Optionen gründlich vergleichst, findest du den passenden und zukunftsfähigen Ersatz für deine alte Ölheizung.
Meine Meinung: Wechsel direkt von der Ölheizung zur Wärmepumpe
Lieber ohne Zwischenschritte von der Ölheizung zur regenerativen Alternative
Du willst, dass dein Haus an kalten Tagen warm ist. Das ist in einem alten, nicht oder schlecht gedämmten Gebäude aber deutlich schwieriger zu erreichen als in einem luftdichten Neubau.
Darum musst du dir um das Heizen deines alten Hauses viel mehr Gedanken machen. Mit einer Ölheizung, ob es nun eine Öl-Brennwertheizung oder eine Öl-Niedertemperaturheizung ist, ist klar: Dein Haus wird warm. Vielleicht hast du dich an die nervigen und teuren regelmäßigen Öllieferungen einfach schon gewöhnt. Zwar ist es außerdem ärgerlich, dass die CO2-Steuer den Preis steigen lässt, aber das warme Haus hat Priorität.
Ich sage: Es wird auch mit einer Wärmepumpe warm! Du musst auch im Altbau nicht länger den schwarz qualmenden Schornstein hinnehmen. Mit richtigen Planung kannst du mithilfe von Umweltenergie und etwas Strom heizen. Wichtig dabei: Professionelle Beratung, zum Beispiel von deiner örtlichen Energieagentur oder der Verbraucherzentrale. Auch ein Heizungsbauer kann dich beraten – und dir in diesem Zuge auch gleich ein Angebot für den Heizungstausch erstellen.
Wenn du jetzt noch die hohen Fördergelder beantragst und direkt zur Wärmepumpe wechselst, bist du heizungsseitig optimal für die Zukunft aufgestellt.
FAQ
Was ist der beste Ersatz für eine Ölheizung?
Politisch gewollt und damit förderfähig sind regenerative Heizungen wie Wärmepumpen oder Holzheizungen wie die Pelletheizung. Wichtig ist aber eine Analyse des Hauses, zum Beispiel durch eine Heizlastberechnung, um die passende Alternative zu finden.
Was kostet ein Umbau von Öl- auf Pelletheizung?
Die Kosten für die Umrüstung von Öl- auf Pelletheizung liegen etwa zwischen 20.000 und 35.000 Euro.
Wie lange sind Öltanks noch erlaubt?
Wenn Heizöltanks älter als 30 Jahre sind und zudem nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprechen, müssen sie ausgetauscht werden. In diesem Zuge bietet es sich an, direkt auf eine neue Heizung umzurüsten.
